ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2008Randnotiz: Ärzte weiter auf Platz eins

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Randnotiz: Ärzte weiter auf Platz eins

Dtsch Arztebl 2008; 105(10): A-489 / B-445 / C-433

Hibbeler, Birgit

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LNSLNS Unter allen Berufen genießen die Ärztinnen und Ärzte mit Abstand das höchste Ansehen in der Bevölkerung. Das hat eine aktuelle repräsentative Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie ergeben. Die Ärzte rangieren mit 78 Prozent dabei weit vor den Pfarrern (39 Prozent) und den Hochschulprofessoren (34 Prozent). Ganz unten auf der Beliebtheitsskala stehen, wie auch in den vergangenen Jahren, Journalisten (elf Prozent) und Politiker (sechs Prozent).

Der Blick zurück auf die Ergebnisse der letzten Umfrage aus dem Jahr 2003 zeigt: Die Ärzte sind nicht nur die unangefochtenen Spitzenreiter, sondern werden immer beliebter. Damals entfielen auf sie noch 72 Prozent. Wer hätte das gedacht? Die Ärztestreiks in den Kliniken und Krankenhäusern sowie die Proteste der Niedergelassenen haben dem Image des Arztes offensichtlich nicht geschadet. Im Gegenteil. Allem Anschein nach hat die Bevölkerung Verständnis für die berechtigten Forderungen der Mediziner. Ein guter Arzt muss nicht als barmherziger Samariter auftreten, sondern er darf verlangen, dass seine Arbeit auch unter akzeptablen Bedingungen stattfindet.

Das hohe Ansehen des Arztberufes hat auch nicht darunter gelitten, dass innerhalb der Ärzteschaft über Fehler nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird (siehe Beitrag in diesem Heft). Der offene Umgang mit Fehlern tut dem Vertrauen offenbar keinen Abbruch. Der Arzt braucht also nicht den unfehlbaren Superexperten zu spielen, um Ansehen bei den Patienten zu haben. Er muss nicht als Halbgott in Weiß auftreten, sondern darf eigene Grenzen thematisieren. Menschsein ist auch für Ärzte erlaubt.
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