ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2008Mammografie: Bedarf an Nachbesserungen

MEDIZINREPORT

Mammografie: Bedarf an Nachbesserungen

Dtsch Arztebl 2008; 105(10): A-508 / B-458 / C-446

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Programm zum Mammografie-Screening erreiche erst 50 bis 60 Prozent der Frauen, für die es bestimmt ist: die 50- bis 69-jährigen, so der Präsident des Deutschen Krebskongresses, Prof. Dr. med. Manfred Kaufmann (Frankfurt/Main). Das sei zu wenig. Das Programm wird seit Ende 2005 nach europäischen Leitlinien aufgebaut.

Schätzungen der Epidemiologen zufolge lässt sich das Risiko erkrankter Frauen, innerhalb von zehn Jahren an dem Tumor zu sterben, durch das Mammografie-Screening um 35 Prozent reduzieren: Von 100 Frauen mit Mammakarzinom sterben am Tumor innerhalb von zehn Jahren nach der Diagnose 31 Patientinnen, die nicht regelmäßig am Screening teilgenommen haben, aber nur 20 von 100 Frauen, die das Früherkennungsangebot wahrgenommen haben (Dtsch Arztebl 2008; 105[131–6]). Positiv am Aufbau des Mammografie-Screenings bewertete Prof. Dr. med. Ingrid Schreer (Kiel), dass es das Bewusstsein für die Brustgesundheit fördere; negativ sei, dass man das Programm in einigen Bundesländern gestartet habe, ohne den Aufbau von Tumorregistern etabliert zu haben, und eine unabhängige, wissenschaftliche Evaluation nicht gewährleistet sei. Auch fehle es an übergreifend guter Information.

Infolgedessen werde zum Beispiel unzureichend mit den Frauen darüber gesprochen, welche Folgen falsche Befunde für sie persönlich haben könnten. Die zunehmende Anwendung der digitalen Mammografie mit geringerer Strahlenbelastung könne das Screening künftig auch für jüngere Frauen interessant machen, meint Kaufmann. nsi

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema