ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2008Vertragsärzte: Finanzielle Anreize nötig
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Nur mit finanziellen Anreizen lassen sich Patienten im Gesundheitssystem steuern. Seit der Einführung der Praxisgebühr sehe ich kaum noch einen Missbrauch des ärztlichen Notdienstes durch Patienten, die zehn Euro zahlen müssen. Anders sieht es bei den Patienten aus, die von der Praxisgebühr befreit sind. Für sie gibt es keinen Anreiz, sich kostensparend zu verhalten. Genauso ist es mit den Hausarztmodellen. Die meisten chronisch kranken Patienten sind von der Praxisgebühr befreit. Sie schreiben sich zwar durchaus in Hausarztmodelle ein, aber haben keinerlei finanzielle Nachteile, wenn sie ungezielt so viele Ärzte aufsuchen, wie sie wollen. Einfache Lösung: Eine Befreiung von der Praxisgebühr gilt nur beim ersten Arztbesuch im Quartal. Von da an wird auch für befreite Patienten die Praxisgebühr fällig, wenn man ohne Überweisung einen weiteren Arzt aufsucht – genauso wie für alle anderen Versicherten auch. Vielleicht lässt sich ja von der Bertelsmann-Stiftung noch berechnen, welcher Anteil der Ersatzkassen-Patienten, die 2005 und 2006 trotz Hausarztmodells ohne Überweisung einen Facharzt aufsuchten, von der Praxisgebühr befreit war. Geben Sie uns Hausärzten die Möglichkeit, diese kostenintensive Patientengruppe besser zu steuern, und es wird unverzüglich zu positiven Effekten auf deren medizinische Versorgung kommen!

Dr. Christiane Blass, Salzdahlumer Straße 195, 38126 Braunschweig
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