ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2008Informationssystem: Antibiotikaresistente Krankenhauskeime

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Informationssystem: Antibiotikaresistente Krankenhauskeime

Dtsch Arztebl 2008; 105(10): A-523 / B-471 / C-459

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Der gefährliche MRSA-Erreger – aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop Foto: CDC
Der gefährliche MRSA-Erreger – aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop Foto: CDC
Im Euregio-Projekt „MRSA-net“ arbeiten Deutschland und die Niederlande bei der Bekämpfung von antibiotikaresistenten Krankenhauskeimen, insbesondere dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), zusammen. Als ein Ergebnis dieser Kooperation wurde jetzt ein webbasiertes Informationssystem freigeschaltet, das den Benutzern Informationen und praktische Hinweise zum Thema MRSA bietet.

Die Einführung des Programms soll zu einem besseren Verständnis der im Krankenhaus notwendigen Hygienemaßnahmen führen und Ratschläge zum Umgang mit MRSA auch außerhalb der Krankenhäuser geben. Auf diese Weise soll das Wissen über den Erreger und die Akzeptanz der vorbeugenden Maßnahmen bei Patienten, dem Pflegepersonal, den Ärzten und der Allgemeinbevölkerung verbessert werden. Ziel ist es, die weitere Verbreitung von MRSA einzuschränken und so Infektionen durch diesen Erreger zu verhindern.

In Deutschland kommen MRSA häufiger vor als in den Niederlanden. Durch die Zunahme grenzüberschreitender Versorgung im Gesundheitswesen besteht allerdings die Gefahr eines MRSA-Exports von Deutschland ins Nachbarland. Außerdem werden vor allem in den Niederlanden in den letzten Jahren vermehrt „Community Acquired MRSA“ nachgewiesen, die sich außerhalb der Einrichtungen des Gesundheitswesens verbreiten und Infektionen in der Allgemeinbevölkerung verursachen können. Daher ist die Bekämpfung von MRSA auf beiden Seiten der Grenze ein wichtiges Ziel der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Von der grenzüberschreitenden Kooperation erhofft man sich eine Bündelung der Präventionsbemühungen und eine effektivere Bekämpfung von MRSA.

Das Programm basiert auf Untersuchungen der Universität Twente, die im Rahmen des Euregio-Projekts MRSA-net Twente/Münsterland durchgeführt wurden. Auf deutscher Seite wird das Projekt vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster geleitet. Es ist in deutscher und in niederländischer Sprache im Internet verfügbar unter www.mrsa-net.eu. EB
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