ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2008Häusliche Gewalt: Verengte Sichtweise
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LNSLNS . . . In dem Artikel heißt es: „Etwa 25 Prozent der Frauen gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt zu haben.“ Dem kann folgendes Zitat aus der vom Bundesfamilienministerium 2004 veröffentlichten (nicht repräsentativen) Pilotstudie „Gewalt gegen Männer“ gegenübergestellt werden, das mir auch hier dazu dienen soll, die in Ihrem Artikel leider fehlenden Informationen über die Betroffenheit von Männern zu ergänzen: „Jedem vierten der befragten rund 200 Männer widerfuhr einmal oder mehrmals mindestens ein Akt körperlicher Gewalt durch die aktuelle oder letzte Partnerin, wobei hier auch leichtere Akte enthalten sind, bei denen nicht eindeutig von Gewalt zu sprechen ist.“ Keine Frage, Gewalt gegen Frauen ist ein ernstes Problem und sollte als solches in der Öffentlichkeit behandelt werden. Dies gilt jedoch in gleichem Maß für Gewalt gegen Männer und Kinder. Gewalt in Familien und Beziehungen unter dem Blickwinkel der Geschlechtszugehörigkeit zu betrachten (Mann als Täter, Frau als Opfer), widerspricht nicht nur der Realität. Eine derart verengte Sichtweise ist der Tragweite des Problems zudem nicht angemessen; sie erweist den Opfern häuslicher Gewalt – Männern, Frauen und Kindern – einen Bärendienst.
Frank Langenfeld, Großheide 36,
41063 Mönchengladbach
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