ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2008Kinder und Jugendliche: Übersicht zu depressiven Störungen

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Kinder und Jugendliche: Übersicht zu depressiven Störungen

PP 7, Ausgabe März 2008, Seite 129

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LNSLNS Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter sind ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko, da sie die Lebensqualität stark einschränken und die Entwicklung erheblich beeinträchtigen können. Trotz zunehmender Forschungsbemühungen ist das Krankheitsbild in seiner Komplexität nicht ausreichend für den Kinder- und Jugendbereich erforscht. Eine Übersicht zum gegenwärtigen Kenntnisstand haben jetzt Wissenschaftler der Universität Marburg zusammengestellt. Danach sind die Symptome im Kleinkind- und Vorschulalter eher nonverbaler Natur und über Verhalten und vegetative Anzeichen erkennbar. Im Jugendalter nähert sich die Symptomatik hingegen immer mehr der der Erwachsenen an. Über Epidemiologie, Dauer und Geschlechterverteilung im Kindesalter liegen verschiedene beziehungsweise keine Daten vor. Im Jugendalter ist davon auszugehen, dass die mittlere Dauer acht Wochen bis zu mehreren Monaten beträgt und Mädchen nach der Pubertät ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko haben wie Jungen. Zur Behandlung wird ein multimodales Konzept mit psychotherapeutischen und medikamentösen Interventionen empfohlen. Es gibt Hinweise, dass eine kognitive Verhaltenstherapie kombiniert mit Fluoxetin erfolgreich ist. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie noradrenerge und selektiv serotonerge Antidepressiva (NaS-SA) stehen jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen, insbesondere Erhöhung des Suizidrisikos, in der Kritik, während trizyklische Antidepressiva als unwirksam gelten. ms

Preiß M, Remschmidt H: Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter – Eine Übersicht. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007; 6: 385–97.
Dr. med. Maike Preiß, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, Hans-Sachs-Straße 4–6, 35033 Marburg
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