ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2008Randnotiz: Hauptsache Zertifikat

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Randnotiz: Hauptsache Zertifikat

Dtsch Arztebl 2008; 105(11): A-545 / B-489 / C-477

Merten, Martina

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LNSLNS Es ist immer gut, als Nachweis einer bestimmten Qualifikation etwas in der Hand zu haben, glauben manche. Etwas Eigenes. Die Aussagekraft eines solchen Papiers steht auf einem anderen Blatt. Hängt beispielsweise im Wartezimmer einer Arztpraxis ein Qep-Zertifikat – Qep steht für Qualität und Entwicklung in Praxen – sollte dies der Nachweis dafür sein, dass mit dem Qualitätsmanagement in der Praxis alles zum Besten steht.

Besonders „interessante“ Zertifikate gibt es seit mehr als zwei Jahren für Krankenhäuser, die rauchfrei sind oder es werden wollen. Wie beim Schwimmabzeichen gibt es hier Bronze-, Silber- und Gold-Zertifikate – nur das Seepferdchen fehlt. Bronze heißt: Es liegen Rauchfrei-Grundsätze vor, und eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema. Es wird aber noch gequalmt. Silber bedeutet, das Gebäude (nicht das Gelände) ist rauchfrei, und Raucher werden zum Rauchstopp motiviert. Ein Maßnahmenplan für das weitere Vorgehen liegt vor. Ist ein Krankenhaus im Besitz eines Gold-Zertifikats, ist Zigarettenrauch weder in der Klinik noch auf dem Gelände erlaubt.

Stolz verkündete jüngst das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser, dass von seinen 143 Mitgliedern 70 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen über ein Bronze-Zertifkat und 16 über ein Silber-Zertifikat verfügten. Erst auf Nachfrage hin war zu erfahren, dass es um die Verleihung des Goldstandards bislang nicht so gut bestellt ist. Das Netz gibt es seit 2005. Übrigens: In den meisten Bundesländern ist zum Januar das Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in Kraft getreten. Egal. Es lebe das Zertifikat.
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