ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2008PEG: Nicht unsere Aufgabe
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Als Palliativmediziner verfolge ich schon seit Jahren die Diskussion über ethische Fragen der PEG-Sondenernährung. Unstrittig ist, dass nach dem erklärten oder mutmaßlichen Patientenwillen entschieden werden muss. Kann bei einem nicht einwilligungsfähigen Patienten der mutmaßliche Patientenwille nicht ermittelt werden, sollte sich die Entscheidung an allgemeinen Wertvorstellungen orientieren. Unstrittig ist auch, dass die Behandlung dem Patienten mehr nutzen als schaden sollte. Die PEG ermöglicht bei Patienten, die nicht mehr zur oralen Nahrungsaufnahme in der Lage sind, auf Dauer eine ausreichende Ernährung. Der Verzicht auf die PEG-Sondenanlage führt wegen fehlender ausreichender Ernährung innerhalb relativ kurzer Zeit zum Tod. Mit der Ernährung über die PEG-Sonde wird daher, mit Ausnahme bereits sterbender Patienten, ein Weiterleben ermöglicht. Das trifft auch auf Patienten mit fortgeschrittener Demenz zu. Das Weiterleben ist grundsätzlich ein hoher Nutzen. Der Beitrag von Marckmann vermittelt den Eindruck, dass aus ethischer Sicht nur ein Weiterleben bei ausreichender Lebensqualität ermöglicht werden sollte. Das bedeutet, dass wir Ärzte zwischen noch lebenswertem und nicht mehr lebenswertem Leben für den Patienten entscheiden und davon unsere Behandlung zur Lebenserhaltung abhängig machen sollen. Genau das sollte aus ethischen Gründen nicht unsere Aufgabe sein. Unsere Aufgabe ist, grundsätzlich Leben zu erhalten. Nur wenn die Lebenserhaltung wegen einer schweren fortgeschrittenen progredienten Erkrankung durch medizinische Behandlung nicht erreicht werden kann, sollte ein Sterben in Würde ermöglicht werden.
Dr. med. Klaus Beck, Buschriede 5, 31303 Burgdorf
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