ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2008Polkörperdiagnostik – ein Schritt in die richtige Richtung?

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Polkörperdiagnostik – ein Schritt in die richtige Richtung?

Polar Body Diagnosis – A Step in The Right Direction?

Dtsch Arztebl 2008; 105(11): 190-6; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0190

Ven, Katrin van der; Montag, Markus; Ven, Hans van der

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Einleitung: Die Polkörperdiagnostik (PKD) ist eine neue Methode zur indirekten genetischen Untersuchung von Eizellen. Sie wird im Rahmen einer In-vitro-Fertilisationsbehandlung durchgeführt. Die Polkörperdiagnostik ist labortechnisch anspruchsvoll und kein Routineverfahren, das unkritisch in großem Umfang eingesetzt werden sollte, denn ausreichende klinische Daten liegen nicht vor.
Methoden: Selektive Aufarbeitung der Literatur und Auswertung eigener Daten zur Polkörperbiopsie.
Ergebnisse: Das Haupteinsatzgebiet der PKD ist der Nachweis von Chromosomen-Fehlverteilungen (Aneuploidiediagnostik) und mütterlicher Translokationen in Eizellen. Paternale genetische Faktoren sind nicht und monogene Erkrankungen nur eingeschränkt diagnostizierbar.
Diskussion: Die Wertigkeit der PKD als Ergänzung zur Steigerung der Erfolgsraten der In-vitro-Fertilisation muss in klinischen Studien noch belegt werden. Im Fall mütterlicher Translokationen erscheint die PKD zur Senkung der Abortraten schon heute anwendbar. Durch Fortentwicklung der Biopsietechniken und molekulargenetischen Diagnostik werden künftig mit der PKD umfassendere Untersuchungen möglich sein.
Dtsch Arztebl 2008; 105(11): 190–6
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0190
Schlüsselwörter: Polkörperdiagnostik, Aneuploidie-Testung, In-vitro-Fertilisation, Kinderwunsch, Eizelle
LNSLNS Die Polkörperdiagnostik (PKD) ist eine Methode zur genetischen Untersuchung von Eizellen noch vor Abschluss der Befruchtung (Präkonzeptionsdiagnostik) (1). Die Entnahme und Untersuchung des ersten und zweiten Polkörpers ermöglicht eine indirekte Aussage über die genetische Konstitution der Eizelle. Im Gegensatz dazu offeriert die Präimplantationsdiagnostik (PID) durch Entnahme und Analyse einzelner Blastomeren die direkte Untersuchung des Erbguts eines entstehenden Embryos (2). PKD und PID sind nur im Rahmen einer In-vitro-Fertilisationstherapie durchführbar. Die Verfahren erlauben den Nachweis von numerischen Chromosomenfehlverteilungen (Aneuploidien), Translokationen und monogenen Erkrankungen. Ziele dieser Methoden sind, die Erfolgsraten der assistierten Reproduktion zu verbessern sowie Schwangerschaften und Geburten schwer erkrankter Kinder zu vermeiden.

Aufgrund der höheren diagnostischen Aussagekraft hat sich international die Präimplantationsdiagnostik durchgesetzt. In Deutschland gilt die PID als nicht mit dem Deutschen Embryonenschutzgesetz vereinbar. Deshalb hat sich parallel zur anhaltenden ethischen und juristischen Debatte über Inhalt und Nutzen dieser gesetzlichen Regelung die Polkörperdiagnostik etabliert.

Neben der methodischen Darstellung werden im Folgenden auf der Basis einer selektiven Literaturaufarbeitung Möglichkeiten und Wertigkeit der Polkörperbiopsie für verschiedene diagnostische Fragestellungen im zeitlichen und rechtlichen Rahmen des Deutschen Embryonenschutzgesetzes erläutert und diskutiert.

Meiose mit Bildung des ersten und zweiten Polkörpers
Der diploide Chromosomensatz der Eizelle wird kurz vor der Ovulation durch Vollendung der ersten Reifeteilung auf einen haploiden Chromosomensatz reduziert (Grafik 1). Ein Chromosomensatz verbleibt in der Eizelle, während der zweite Chromosomensatz unter Bildung des ersten Polkörpers aus dem Zytoplasma ausgeschleust wird.

Nach Eindringen eines Spermiums folgt die zweite Reifeteilung. Dabei spalten sich die zweifädigen Chromosomen weiter in Chromatiden auf und ein Chromatidensatz wird unter Bildung des zweiten Polkörpers ausgeschleust. Die Zahl der Chromosomen beziehungsweise Chromatiden in Polkörpern und Eizelle ist nach regulär abgelaufener erster und zweiter Reifeteilung gleich. Die Polkörper haben für die weitere embryonale Entwicklung keine nachgewiesene Bedeutung und stehen für diagnostische Maßnahmen zur Verfügung.

Nach der Fertilisation entwickeln sich in der Eizelle der männliche und weibliche Vorkern, die das maternale und paternale Erbmaterial enthalten. 16 bis 20 h später lösen sich die Vorkernmembranen als Vorbereitung auf die erste Zellteilung auf. Hiermit ist nach biologischer Definition der Befruchtungsvorgang abgeschlossen.

Regelungen des deutschen Embryonenschutzgesetzes
Das Embryonenschutzgesetz von 1990 gibt den zeitlichen und therapeutischen Rahmen für Verfahren der künstlichen Befruchtung in Deutschland vor.

Als Embryo im Sinne des Embryonenschutzgesetzes gilt bereits die befruchtete, entwicklungsfähige menschliche Eizelle vom Zeitpunkt der „Kernverschmelzung“ an, ferner jede einem Embryo entnommene totipotente Zelle. Embryonen dürfen einzig zum Zweck des Embryotransfers erzeugt werden. Nach der derzeitigen Interpretation dürfen maximal drei Eizellen befruchtet und maximal drei Embryonen einzeitig auf die Mutter übertragen werden. Da die Polkörperbiopsie zeitlich vor der „Verschmelzung“ der Vorkerne stattfindet, stellt sie eine Maßnahme der Präkonzeptionsdiagnostik dar und ist mit dem Embryonenschutzgesetz kompatibel. Für die Durchführung der PKD steht jedoch nur ein enger zeitlicher Rahmen von maximal 20 h zwischen Eindringen des Spermiums und Sichtbarwerden der Vorkerne zur Verfügung (Grafik 2).

Zur Erweiterung des engen Zeitrahmens, den das deutsche Embryonenschutzgesetz vorgibt, könnte theoretisch eine Kryokonservierung der Eizellen im Vorkernstadium bis zum Abschluss der genetischen Diagnostik erfolgen. Trotz guter Überlebens- und Entwicklungsraten kryokonservierter Eizellen nach Polkörperbiopsie konnten bislang nur wenige fortlaufende klinisch nachweisbare Schwangerschaften erzielt werden. Aufgrund ungelöster kryobiologischer Probleme stellt dieses Vorgehen zurzeit noch keine akzeptable Strategie dar.

Entstehung und Häufigkeit von Aneuploidien
Aneuploidien, das heißt Abweichungen von der regulären Chromosomenzahl, entstehen überwiegend durch Fehlverteilungen der Chromosomen während der Meiose (Grafik 3). Bis zu 80 Prozent der Aneuploidien entstehen während der ersten Reifeteilung. Die Häufigkeit von Aneuploidien in Eizellen steigt nach dem 35. Lebensjahr stark an. Bei einer 40-Jährigen sind schätzungsweise 50 bis 70 Prozent der reifen Eizellen von einer Chromosomenanomalie betroffen (3).

Dies erklärt das steigende Abortrisiko bei Patientinnen mit höherem mütterlichem Alter. Ein natürlicher Verlust von Embryonen mit abweichendem Chromosomensatz setzt bereits in frühen embryonalen Entwicklungsphasen ein und gilt als einer der verantwortlichen Faktoren für die vergleichsweise geringe Fertilität des Menschen (4). Neuere Daten belegen jedoch auch bei jungen Frauen erhebliche individuelle Unterschiede bezüglich der Zahl chromosomal auffälliger Eizellen und Embryonen (5, 6, 7). Über 90 Prozent der embryonalen Chromosomenanomalien sind maternalen Ursprungs.

Die Aneuploidieraten in Spermien sind bei normalem väterlichen Karyotyp als gering einzustufen (1 bis 2,5 Prozent), steigen aber mit zunehmender Einschränkung der Spermaqualität signifikant an. Trotzdem tragen Spermien mit abweichender Chromosomenkonstitution selbst bei Verfahren der künstlichen Befruchtung nur geringfügig zum embryonalen Aneuploidierisiko bei (8).

Indikationen zur Polkörperbiopsie
In Deutschland zielt die Polkörperdiagnostik hauptsächlich auf verbesserte Behandlungserfolge der assistierten Reproduktion und nur in Einzelfällen auf die spezifische Diagnostik monogener Erkrankungen (9, 10) oder maternaler Translokationen (11).

Im Rahmen der assistierten Reproduktion müsste die Identifikation chromosomal normaler Eizellen durch die Polkörperdiagnostik höhere Implantations- und Geburtenraten ermöglichen.

Dies könnte insbesondere für Patientinnen von Vorteil sein, bei denen erhöhte Raten aneuploider Eizellen zu erwarten sind. Dies ist etwa der Fall bei höherem Lebensalter oder bei maternalen Translokationen, und eventuell auch dann, wenn eine Implantation nach Embryotransfer („Implantationsversagen“) wiederholt ausbleibt oder bei ungeklärten rezidivierenden Spontanaborten.

Labortechnische Voraussetzungen und diagnostische Sicherheit
Labortechnisch kritische Aspekte der Polkörperdiagnostik umfassen:

- die atraumatische Eröffnung der äußeren Eizellhülle (Zona pellucida)
- die zeitgerechte Entnahme der vollständigen Polkörper
- die präzise und umfassende genetische Diagnostik.

Das Eizelltrauma nach laservermittelter Eröffnung der Zona pellucida wird mit circa 0,5 bis 1 Prozent angegeben (12). Essenziell bleiben jedoch eine umfangreiche Laborroutine und technische Erfahrung der beteiligten Biologen und Genetiker. Bei der Aneuploidiediagnostik kann sich der theoretische Vorteil der PKD statistisch und klinisch erst auswirken, wenn methodenimmanente technische Risiken, wie zum Beispiel Eizelltraumata und Fehldiagnosen, minimiert werden.

Bei der Präimplantationsdiagnostik wurde beobachtet, dass bei Entnahme von ein oder zwei Blastomeren eine signifikante Reduktion des Implantationspotenzials der Embryonen resultieren kann (13, 14, 15). Das methodische Vorgehen muss im Hinblick auf die Polarität des frühen Embryos kritisch hinterfragt werden, weil bereits im Vier-Zellstadium alle Blastomere Differenzierungsmarker aufweisen (16). Die Entfernung einzelner Blastomere könnte die Polarität des Embryos und damit sein weiteres Entwicklungspotenzial beeinflussen, auch wenn für die verbleibenden Zellen des Präimplantationsembryos eine gewisse kompensatorische Plastizität postuliert wird. Bei der PKD werden lediglich Polkörper entnommen, die keine physiologische Bedeutung für die weitere Embryonalentwicklung haben. Ob aus diesem Grund die PKD der PID im Rahmen der Aneuploidiediagnostik überlegen ist, müssen Studien zeigen.

Methoden zum Nachweis chromosomaler Fehlverteilungen
Nach Biopsie des ersten und zweiten Polkörpers erfolgt die Darstellung verschiedener Chromosomen (zumeist der Chromosomen 13, 16, 18, 21, 22) mit einer Mehrfachproben-Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH). Meiotische Fehlverteilungen der genannten Chromosomen sind häufige Ursache für Monosomien und Trisomien bei klinisch nachweisbaren Schwangerschaften und führen in hohem Prozentsatz zu Fehlgeburten. Bei der fluoreszenzmikroskopischen Auswertung wird bestimmt, wie viele Kopien der untersuchten Chromosomen/Chromatiden im ersten beziehungsweise zweiten Polkörper vorhanden sind.

Aus dem Ergebnis kann man indirekt auf den Chromosomensatz der Eizelle schließen. Mit der gegenwärtigen FISH-Technik können bis zu sechs Chromosomen in einer Bestimmung erfasst werden (17). Im Zeitrahmen, den das Embryonenschutzgesetz vorgibt, sind maximal zwei Bestimmungsansätze mit der Analyse von insgesamt zehn bis zwölf Chromosomen durchführbar, was diese Untersuchungsmethode erheblich limitiert. Die Aussagekraft des Verfahrens wird weiterhin durch den sogenannten FISH-drop-out eingeschränkt, bei dem eine FISH-Sonde das zu untersuchende Chromosom nicht darstellt, obwohl es eigentlich vorhanden ist. Die Häufigkeit des FISH-drop-out wird mit zwei bis drei Prozent pro untersuchtes Chromosom veranschlagt.

Weitere Methoden zur simultanen Darstellung aller Chromosomen wurden in diesem Zusammenhang bereits geprüft, sind aber entweder aus technischen Gründen nicht praktikabel (18, 19) oder in der Zeitvorgabe des Embryonenschutzgesetzes trotz kürzlich erreichter technischer Fortschritte noch nicht anwendbar (zum Beispiel comparative genomische Hybridisierung [CGH] und Chiptechnologie) (2024).

Diagnostik monogener Erkrankungen
Die Polkörperdiagnostik kann zur Untersuchung monogener Erkrankungen herangezogen werden, ist aber der Präimplantationsdiagnostik in Praktikabilität und Diagnosesicherheit klar unterlegen. Physiologische Abläufe während der Meiose – wie der Austausch genetischen Materials zwischen den homologen Chromosomen in der Prophase der ersten Reifeteilung (Crossing-over) gegebenenfalls kombiniert mit einer vorzeitigen Chromatidensegregation – reduzieren die Aussagekraft dieser Methode und machen die Analyse des ersten und zweiten Polkörpers zur Sicherung einer korrekten Diagnose zwingend notwendig.

Bei monogenen Erkrankungen erfolgt der Nachweis der krankheitsspezifischen Mutation über eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Neben der Kontaminationsgefahr bei Einzelzell-PCR sind methodeninhärente Probleme, wie die ausschließliche Amplifikation eines der zu untersuchenden Krankheitsallele (Allele-drop-out) zu berücksichtigen. Ein Amplifikationsversagen tritt bei Einzelzell-PCRs in 10 bis 20 Prozent der Fälle auf (25) und kann unerkannt zu Fehldiagnosen führen.

Ein grundsätzlicher Nachteil der Polkörperdiagnostik besteht darin, dass nur das mütterliche Erbgut untersucht und eine Aussage über mögliche paternale Faktoren nicht getroffen werden kann. Dies wäre bei maternalen autosomal-dominanten oder x-chromosomalen Erkrankungen maternalen Ursprungs akzeptabel, weil alle mutationstragenden Eizellen unabhängig von der genetischen Konstitution des Vaters zu einem erkrankten Kind führen.

Auch bei der Diagnostik rezessiver Erbgänge müssen alle mutationstragenden Eizellen (statistisch 50 Prozent) verworfen werden, obwohl die Krankheit sich nur bei 25 Prozent der entstehenden Embryonen manifestieren würde. Der Grund dafür ist, dass nur 50 Prozent der Spermien ebenfalls die Krankheitsanlage tragen.

Prädiktiver Wert der Polkörperbiopsie bei der Aneuploidiediagnostik
Schätzungen zur Diagnosesicherheit der Polkörperbiopsie basieren auf Daten aus Abortmaterial. Ausgehend von chromosomenspezifischen Trisomieraten in Abortmaterial wurde veranschlagt, dass durch Analyse der Chromosomen 13, 16, 18, 21 und 22 etwa 50 Prozent der Chromosomenaberrationen, die bei Fehlgeburten im ersten Trimenon auftreten, erfasst würden (e1). Die geringe Zahl der durch Polkörperbiopsie mit FISH erkennbaren Chromosomen stellt also eine klare Limitation der Methode dar.

Vergleichende Untersuchungen von Eizellen mitsamt zugehörigen ersten Polkörpern durch FISH und CGH zeigten, dass bei Einsatz von fünf FISH-Sonden nur 37 Prozent der tatsächlich vorhandenen Chromosomenanomalien erkannt wurden. Die Nachweisrate steigt beim Einsatz von zwölf FISH-Sonden auf 67 Prozent der durch CGH diagnostizier-baren Aneuploidien der Eizell-/Polkörperpaare (13, 22, 23).

Die zusätzliche Analyse des zweiten Polkörpers verbessert die Nachweisraten chromosomaler Fehlverteilungen deutlich. Eine Untersuchungsreihe an 10 317 Oozyten aus 1 551 IVF-Zyklen (e2) fand bei FISH-Analyse des ersten und zweiten Polkörpers für fünf Chromosomen (Chromosom 13, 16, 18, 21, 22) eine Aneuploidierate von 61,8 Prozent. Ein Drittel der entdeckten Aneuploidien entstand während der zweiten Reifeteilung und war somit nur im zweiten Polkörper nachweisbar (6, e2, e3).

Während die Aneuploidieraten in Eizellen mit dem mütterlichen Alter steigen (6, e3), zeigen postmeiotische Anomalien, die während der mitotischen Teilungen des frühen Embryos entstehen (zum Beispiel Chromosomenmosaike) in allen Altersgruppen vergleichbare Inzidenzen.

Postmeiotische Chromosomenanomalien, nicht jedoch Aneuploidien, korrelieren eindeutig mit veränderter Morphologie und reduzierter Teilungsgeschwindigkeit der betroffenen Embryonen (e3). Da laut Embryonenschutzgesetz die Auswahl der Eizellen für den späteren Embryotransfer bereits im Vorkernstadium erfolgen muss, können die genannten Beurteilungskriterien der Embryonenqualität in Deutschland klinisch nicht genutzt werden.

Der Karyotyp der reifen Eizelle ist nach neueren Studien der hauptsächliche determinierende Faktor des Entwicklungspotenzials der resultierenden Embryonen. Die Mehrzahl der euploiden Eizellen entwickelt sich zu euploiden Embryonen, die wiederum in einem wesentlich höheren Prozentsatz das Blastozystenstadium erreichen als Embryonen mit Chromosomenanomalien (93 versus 21 Prozent) (e4). Die Aneuploidiediagnostik ist somit gerade in Deutschland ein wichtiges Instrument zur Identifikation von Eizellen mit hohem Entwicklungspotenzial.

Während Chromosomenanomalien mit Ursprung in der Meiose alle Zellen des Embryos betreffen, können postmeiotische Aneuploidien im Hinblick auf die Zahl betroffener Blastomeren und die Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Embryos heterogen sein.

Die hohe Diskordanz der Chromosomenbefunde, die im Rahmen der PID an verschiedenen Blastomeren desselben Embryos erhoben wurden (7, e5), und die Festlegung adäquater Konsequenzen bei pathologischen Befunden stellen derzeit ein signifikantes praktisches Problem der Präimplantationsdiagnostik dar (e5, e6).

Ergebnisse der PKB zum Aneuploidiescreening
Wie bei der Präimplantationsdiagnostik (12, 15, e6, e7) ist der Nutzen der Aneuploidietestung bei der Polkörperbiopsie im Hinblick auf eine Steigerung der Erfolgsraten der extrakorporalen Befruchtung zurzeit noch umstritten.

International wird die Polkörperdiagnostik zum Aneuploidienachweis in großem Umfang nur von der Arbeitsgruppe um Verlinsky eingesetzt. Die umfangreichste retrospektive Ergebnisdokumentation dieser Gruppe umfasst mehr als 1 200 Behandlungszyklen bei Patientinnen mit einem Durchschnittsalter von 38,5 Jahren und nicht näher definierter reproduktionsmedizinisch „schlechter Prognose“. Die klinische Schwangerschaftsrate aller Zyklen mit Embryotransfer nach Analyse von fünf Chromosomen wurde mit 22 Prozent angegeben. Durchschnittlich wurden 2,35 Embryonen übertragen (e8). Eine Kontrollgruppe wird nicht präsentiert.

Das Deutsche IVF-Register (DIR), das alle in Deutschland durchgeführten IVF-Zyklen prospektiv erfasst, zeigt für alle Patientinnen über 35 Jahre nach regulärer IVF ohne Polkörperdiagnostik eine klinische Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer von 21,3 Prozent (DIR 2003). Eine Auswertung der PKD bei 460 Frauen aus einem deutschen IVF-Zentrum erbrachte, wie in der Arbeit von Verlinsky (e6), klinische Schwangerschaftsraten, die bei fehlender eigener Kontrollgruppe sogar unter den Vergleichsdaten des DIR liegen (e9).

Zum Nachweis des effektiven Nutzens der PKD zur Aneuploidiediagnostik sind daher kontrollierte Studien oder zumindest die Einbeziehung einer zentrumsbezogenen Kontrollgruppe zwingend erforderlich. Unter dieser Maßgabe haben die Autoren nach Optimierung der Labortechniken eigene, prospektiv in einem DIR-kompatiblen Erfassungsprogramm dokumentierte Behandlungsdaten nach Zyklen mit und ohne PKD ausgewertet. Die Ergebnisse für die Untergruppe der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahre mit mindestens zwei vorausgegangenen IVF-/ICSI-Behandlungsversuchen sind in Tabelle 2 dargestellt. Diese Daten zeigen, dass trotz einer geringeren Zahl transferierter Embryonen in der PKD-Gruppe signifikant höhere Implantationsraten erzielt werden konnten.

Eine Auswertung für Patientinnen über 39 Jahre lässt erkennen, dass nach Durchführung einer PKD bei vergleichbarer klinischer Schwangerschaftsrate die Abortrate abnimmt (Tabelle 3). Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein indikationsbezogener Einsatz der PKD, zum Beispiel bei erhöhtem Patientenalter, durchaus vorteilhaft sein könnte. Weitere Untersuchungen an größeren Patientenkollektiven und unter standardisierten Laborbedingungen sind aber zur klinischen und wissenschaftlichen Evaluierung der PKD unbedingt erforderlich. Eine eingeleitete Multicenterstudie konnte aufgrund unterschiedlicher Laborroutine und Biopsietechniken nicht fortgesetzt werden.

Ausblick
Die Polkörperdiagnostik ist eine neue Methode zur indirekten genetischen Untersuchung der Eizelle, deren therapeutischer Nutzen bei individuellen Patientengruppen noch eindeutig belegt werden muss. Obwohl bereits in mehreren deutschen Labors etabliert, ist die Polkörperbiopsie technisch anspruchsvoll und keine Routinemethode, die unkritisch in großem Umfang eingesetzt werden sollte.

Parallel zur klinischen Evaluierung und Definition klarer Indikationsgruppen ist eine weitere Optimierung der Labortechniken wünschenswert. Dazu gehören Verbesserungen der Biopsietechniken und der Kryokonservierung von Eizellen nach Polkörperbiopsie sowie die Erhöhung der Zahl untersuchter relevanter Chromosomen bei der Aneuploidiediagnostik. Unbestritten ist, dass in den nächsten Jahren die Weiterentwicklung molekulargenetischer Methoden auch die klinische Bedeutung der Polkörperdiagnostik beeinflussen wird.

Als wesentlicher Nachteil der Polkörperdiagnostik gegenüber der Präimplantationsdiagnostik durch Blastomerenbiopsie wird bestehen bleiben, dass paternale Faktoren nicht und monogene Erkrankungen nur eingeschränkt diagnostizierbar sind. Zu betonen ist weiterhin, dass die Polkörperbiopsie keine vorgezogene Pränataldiagnostik darstellt und diese nicht ersetzen kann.

In Kenntnis dieser Einschränkungen ist die Polkörperdiagnostik zum Beispiel zur Aneuploidietestung dennoch ein Schritt in die richtige Richtung als indikationsbezogene Ergänzung einer Sterilitätstherapie unter den limitierten Bedingungen des deutschen Embryonenschutzgesetzes.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 6. 7. 2006, revidierte Fassung angenommen: 16. 10. 2007

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hans van der Ven
Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25, 53105 Bonn

Summary
Introduction: Polar body diagnosis (PBD) is a new diagnostic method for the indirect genetic analysis of oocytes, which is carried out as part of in vitro fertilization. The biopsy of polar bodies is technically demanding and cannot be adopted uncritically in routine practice, in the absence of robust data to support this laboratory procedure.

Methods: Selective literature review and analysis of own PBD data.
Results: The main application of PBD is the detection of chromosomal aneuploidies and maternally inherited translocations in oocytes. The major disadvantage of PBD is that the paternal contribution to the genetic constitution of the developing embryo cannot be evaluated. Moreover, the potential value of polar body biopsy for the diagnosis of monogenetic diseases is limited.

Discussion: The role of PBD in improving of success rates in assisted reproduction requires evaluation in further clinical trials. For maternal translocations, PBD can be used to reduce the risk of miscarriage. Rapid development in the field of molecular diagnostic and biopsy techniques will also influence PBD and will most likely allow wider application of this method in the near future.
Dtsch Arztebl 2008; 105(11): 190–6
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0190
Key words: polar body diagnosis, aneuploidy testing, in vitro fertilization, infertility, oocyte

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
eLiteratur:
www.aerzteblatt.de/lit1108
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