ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2008ASS-300 senkt Risiko für Kolonkarzinom

MEDIZIN: Referiert

ASS-300 senkt Risiko für Kolonkarzinom

Dtsch Arztebl 2008; 105(11): 196

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Aspirin in biologisch relevanter Dosis kann die Häufigkeit des kolorektalen Karzinoms reduzieren. Jedoch kann wegen der möglichen Risiken bei einer Langzeiteinnahme und der Verfügbarkeit alternativer Präventionsstrategien die Aspirineinnahme zur Krebsprävention der Allgemeinbevölkerung nicht empfohlen werden. In Großbritannien wurden in den spä-ten 1970er-Jahren und frühen 1980er-Jahren zwei große randomisierte Studien durchgeführt – die British Doctors Aspirin Study und die „UK-TIA Aspirin Study“. Die Langzeitergebnisse (Untersuchungszeitraum > 20 Jahre) der UK-TIA-Studie wurden erst kürzlich präsentiert, weil mit einer hohen Verzögerung der Aspirinwirkung auf die Entwicklung des kolorektalen Karzinoms gerechnet werden musste. Schließlich dauert der Übergang eines gutartigen Adenoms in ein invasiv wachsendes Karzinom (Adenom-Karzinom-Sequenz) mindestens 10 Jahre. In der Tat zeigten die Ergebnisse, dass die Einnahme von 300 g (oder mehr) ASS über mindestens fünf Jahre die Häufigkeit des kolorektalen Karzinoms um 37 % (Hazard ratio: 0,63; 95-%-KI: 0,47–0,85; von 3,8 % auf 2,5 % absoluter Häufigkeit) zu senken vermochte. Die krebssenkende Wirkung des Aspirins war dabei unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunftsland der untersuchten Personen. Die Wirkung fand sich auch bei Personen mit Fällen von kolorektalem Karzinom bei Verwandten ersten Grades, bei denen das Krebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache erhöht ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Einnahme von 300 mg ASS oder mehr für fünf Jahre bei der primären Prävention des kolorektalen Karzinoms wirksam ist, allerdings mit einer Latenzzeit von zehn Jahren. w

Flossmann E et al.: Effect of aspirin on long-term risk of colorectal cancer: consistent evidence from randomized and observational studies. Lancet 2007; 369: 1603–13.
E-Mail: enrico.flossmann@clneuro.ox.ac.uk

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