ArchivDeutsches Ärzteblatt9/1996„T 4„-Akten: Auswertung läßt auf sich warten

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„T 4„-Akten: Auswertung läßt auf sich warten

Kloiber, Otmar

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LNSLNSLNSLNS KÖLN. Die zügige archivarische Erschließung der sogenannten "T 4"-Akten war Gegenstand eines ersten Gesprächs zwischem dem Bundesarchiv und der Bundes­ärzte­kammer, an dem auch Medizinhistoriker und Vertreter der privaten Initiative "Arbeitskreis zur Erforschung der ,Euthanasie' und Zwangs-sterilisation" teilnahmen. "T 4" war der Deckname der sogenannten "Euthanasie"-Aktion zwischen 1939 und 1941, in der auf Führerverordnung wahrscheinlich mehr als 70 000 behinderte Menschen ermordet wurden. Die Abkürzung "T 4" steht für die Berliner Tiergartenstraße 4, den Sitz der damals zuständigen Behörde. Die bis zum Ende der DDR verschollenen Krankenakten der "T 4"-Opfer lagen in den Archiven des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, von wo aus sie nach der Wiedervereinigung an das Bundesarchiv gingen.
Zu DDR-Zeiten wurde der Aktenbestand nur zur Suche nach belastendem Material gegen "Faschisten" genutzt. Ein Versuch, den Opfern gerecht zu werden, wurde von der DDR nicht unternommen. Das Bundesarchiv, so erklärte der zuständige Dienststellenleiter und Vizepräsident des Bundesarchives, Dr. Büttner, möchte die Akten nun für Anfragen der Angehörigen, aber auch für wissenschaftliche Auswertungen erschließen. Doch weder die personellen noch die materiellen Ressourcen für die Katalogisierung und die notwendige Konservierung der zerfallenden Akten werden derzeit vom zuständigen Bundesinnenminister zur Verfügung gestellt. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Karsten Vilmar, bot die Zusammenarbeit der Bundes­ärzte­kammer bei der Aufarbeitung des Aktenbestandes an. Otmar Kloiber
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