ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2008Neue Partydroge: 1-Benzylpiperazin

MEDIZIN: Referiert

Neue Partydroge: 1-Benzylpiperazin

Dtsch Arztebl 2008; 105(12): 221

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LNSLNS Mit dem üblichen Drogenscreening nicht erfasst werden „pep pills“, die derzeit in London en vogue sind und zu Krampfanfällen führen können. Das Uraltmedikament 1-Benzylpiperazin, ein Antihelmintikum, ähnelt in seiner chemischen Struktur den Amphetaminen und ist legal erhältlich. Es soll eine Ecstasy-ähnliche Wirkung aufweisen, führt jedoch, wie die Autoren betonen, zu Krampfanfällen mit Tachykardie, hypertonen Blutdruckwerten und weiten Pupillen. 1-Benzylpiperazin wurde in den 1950er-Jahren als Wurmmittel für die Veterinärmedizin entwickelt und kann über das Internet erworben werden. Laut Hersteller sind in Neuseeland über 20 Millionen Pillen verbraucht worden, ohne dass es zu Gesundheitsschäden gekommen sei. Anderen Berichten zufolge erlitten von 80 Personen, die Piperazin eingenommen hatten, 15 innerhalb von acht Stunden nach Tabletteneinnahme einen zerebralen Krampfanfall. Ferner wurden eine Verlängerung der QT-Zeit und eine Hyponatriämie beobachtet.

In dem vorgestellten Intoxikationsfall eines jungen Mädchens, das in einer Disco kollabierte und einen zehnminütigen Krampfanfall entwickelt hatte, war der Nachweis von 1-Benzylpiperazin bei negativem Drogentest im Urin mittels Gaschromatografie geführt worden.

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