ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2008Kommunale Krankenhäuser: Marburger Bund lehnt erstes Angebot der Arbeitgeber ab

AKTUELL

Kommunale Krankenhäuser: Marburger Bund lehnt erstes Angebot der Arbeitgeber ab

Dtsch Arztebl 2008; 105(12): A-602 / B-534 / C-522

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Mehrere Tausend Klinikärzte beteiligten sich nach Angaben des Marburger Bundes an einem eintägigen Warnstreik am 13. März. Foto: dpa
Mehrere Tausend Klinikärzte beteiligten sich nach Angaben des Marburger Bundes an einem eintägigen Warnstreik am 13. März. Foto: dpa
Im Tarifstreit der Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern hat der Marburger Bund (MB) ein erstes Angebot der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) als „Zumutung“ zurückgewiesen. Begleitet wurde die vierte Verhandlungsrunde von Warnstreiks an den kommunalen Krankenhäusern.

„Die Arbeitgeber wollen, dass die Ärzte die angebotene marginale Gehaltserhöhung mit einer Steigerung ihrer Arbeitszeit selbst finanzieren. Das Tarifangebot ist deshalb absolut enttäuschend und unbefriedigend“, sagte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Die VKA-Offerte beinhalte auf 24 Monate gerechnet eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von unter zwei Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Wochenarbeitszeit um 3,75 Prozent von 40 auf 41,5 Stunden. Hammerschlag: „Dies bedeutet, dass der Stundenlohn der Ärzte abgesenkt wird.“

„Das vorgelegte Angebot enthält deutliche Entgeltsteigerungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitszeit – und das, nachdem die Ärzte 2006 bereits eine überproportionale Einkommenssteigerung erfahren haben“, betonte VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg. Demnach sollen die Ärztegehälter im Gleichklang mit den Gehältern der Pflegekräfte steigen. Finklenburg: „Krankenhausarbeit ist Teamarbeit.“

„Nur weil erkennbar ist, dass die Arbeitgeber grundsätzlich bereit sind, in die Strukturdebatte der Entgelttabelle einzusteigen, sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt von einem Scheitern der Tarifverhandlungen ab“, sagte Hammerschlag am Rande der vierten Verhandlungsrunde. Dass die VKA sich überhaupt bewegt habe, führte er auf den Erfolg der Warnstreiks in mehr als 200 kommunalen Krankenhäusern zurück. Um eine Eskalation der Proteste zu vermeiden, müssten die Arbeitgeber nun ein deutlich besseres Angebot vorlegen. JF
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema