ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2008Randnotiz: Unter Kollegen

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Randnotiz: Unter Kollegen

Dtsch Arztebl 2008; 105(12): A-603 / B-535 / C-523

Flintrop, Jens

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LNSLNS Früher war die Welt noch in Ordnung: Auf den Autobahnen hatte man freie Fahrt, das Fernsehprogramm wurde nicht durch Werbung unterbrochen, und Ärzte zahlten in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) bis zu 50 Prozent niedrigere Prämien als andere Berufsgruppen. Letzteres ergab sich aus einem ungeschriebenen Gesetz, wonach Ärzte untereinander nur zurückhaltend liquidierten – also komplett honorarfrei oder allenfalls mit einfachem GOÄ-Satz. Da die Höhe der Prämien in einem Versicherungstarif immer ein Spiegelbild der Leistungsausgaben ist, profitierten die Ärzte entsprechend.

Diese Form der innerärztlichen Solidarität ist heute offenbar überholt. So hat sich die Schadenquote in den Ärztetarifen inzwischen deutlich an die Entwicklung im Nichtärztebereich angenähert. Dementsprechend müssen die Ärzte seit einigen Jahren höhere Prämienanpassungen in ihrer PKV verkraften als sonstige Versicherte. Vor allem die ältere Generation, die sich jahrelang an das ungeschriebene Gesetz gehalten hat und sich jetzt mit massiven Prämiensteigerungen konfrontiert sieht, beklagt diese Entwicklung.

„Der Ärztetag möge beschließen, dass Liquidationen unter Kollegen für gegenseitige Behandlungen nur mit dem einfachen GOÄ-Satz erfolgen sollten“, schreibt Dr. Klaus Albers aus Emden an das DÄ. Keine Kollegin, kein Kollege würde dadurch ärmer – im Gegenteil: „Im Rentenalter flösse der entgangene Liquidationsbetrag hoch verzinst zurück, weil die Versicherungsunternehmen unsere Prämien mehr als erheblich senken könnten.“

In der Tat haben es die Ärzte selbst in der Hand, die Entwicklung hin zu marktüblichen PKV-Prämien für ihren Berufsstand zu stoppen. Jeder Einzelne ist gefragt.
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