ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2008Telematik: Keine Entlastung

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Telematik: Keine Entlastung

Dtsch Arztebl 2008; 105(12): A-633 / B-558 / C-546

Schütze, Ilse

Die Bundes­ärzte­kammer legt einen Diskussionsentwurf zur Telematik im Gesundheitswesen vor (DÄ 5/2008: „Positionsbestimmung der Ärzte“ von Dr. med. Philipp Stachwitz).
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Hiermit möchte ich mich hinter die Anforderungen des Positionspapiers der Bundes­ärzte­kammer stellen! Es ist richtig, dass das Telematikprojekt völlig neu konzipiert werden muss. Die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Daten steht dem Datenschutz konträr gegenüber. Bislang konnte dieses Problem durch den Vertrauensbereich einer abgeschlossenen Praxis gelöst werden. Die viel beschworene „sofortige Verfügbarkeit“ der Daten und damit die Verbesserung der interkollegialen und interdisziplinären Kommunikation steht unter dem großen WENN (die Technik funktioniert): Computerabstürze, Serverüberlastung, Viren und vieles mehr sind fast tägliche Realität am Computerarbeitsplatz. Es wird immer wieder gesagt, dass ein Zugriff von Versicherungen und Arbeitgebern auf die persönliche Krankenakte gesetzlich nicht möglich ist. Aber erstens lassen sich Gesetze ändern (und es wäre nicht das erste Mal, dass Politiker dem Druck der Wirtschaft nachgeben), und zweitens kann sehr wohl ein illegaler Zugriff erfolgen. Die Patientenfreundlichkeit ist überhaupt nicht gegeben. Gerade die Alten und Kranken leben buchstäblich davon, dass andere Menschen ihnen die Rezepte und Medikamente besorgen. Diese hilfreichen Mitmenschen müssen dann aber zusätzliche Wege fahren, um die „Gesundheitskarte“ samt Code-Nummer (wo steht die nur gleich?) zu besorgen. Bisher konnte man als Arzt, der seine Patienten kennt, viele Dinge telefonisch erledigen. Das wird in dem Umfang nicht mehr möglich sein. Von Entlastung keine Spur . . .
Dr. Ilse Schütze, Kaltenborner Straße 279, 03179 Guben
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