ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1997Von der ICD-9 zur ICD-10

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Von der ICD-9 zur ICD-10

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LNSLNS Ein im März 1996 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit eingesetzter ICD-10-
Arbeitsausschuß hat auf der Basis einer dreiseitigen Rahmenvereinbarung seine Arbeiten inzwischen abgeschlossen, so daß die geplanten ICD-10-Probeläufe jetzt beginnen können. Er war aus Experten der Spitzenverbände der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft gebildet worden, um die amtliche deutschsprachige Fassung der "Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD-10) für die Zwecke der §§ 295 und 301 Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu überarbeiten. Dabei war einer Expertenarbeitsgruppe aufgetragen worden, eine praxisgerechtere Fassung der ICD-10 zu erarbeiten, die die datenschutzrechtlichen Bestimmungen strikt beachtet, eine Kodierung nach dem für die Leistungsabrechnung und -dokumentation notwendigen Umfang gewährleistet und den Differenzierungsgrad der Diagnosen auf das Maß begrenzt, das für die Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben der Krankenkassen notwendig ist. Die regionalen Modellversuche haben am 1. April 1997 auf freiwilliger Grundlage in etwa 20 Prozent der Vertragsarztpraxen in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt begonnen. Die Ergebnisse werden die endgültige Überarbeitungsfassung der ICD-10 beeinflussen, die ab 1. Januar 1998 nach Veröffentlichung durch den Bundesminister für Gesundheit im "Bundesanzeiger" in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung flächendeckend angewendet werden soll.
Die vollständige amtliche ICD-10-Fassung enthält fast 14 500 Schlüsselnummern und -bereiche, von denen etwa 3 700 auf das für die gesetzlich vorgeschriebene Verschlüsselung gestrichene Kapitel XX entfallen. Die vollständige überarbeitete ICD-10 ("Arbeitsausgabe") sieht für die primäre Verschlüsselung 8 756 Schlüsselnummern vor. Als Teil davon wurde ein ICD-10-Basisschlüssel ("Minimalstandard") definiert, der mit 2 879 Schlüsselnummern nur ein Drittel aller Schlüsselnummern der Arbeitsausgabe enthält und inzwischen vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI), Köln, in systematischer und alphabetischer Ordnung einschließlich einer Verschlüsselungsanleitung veröffentlicht worden ist. Als zusätzliche Verschlüsselungshilfe hat das ZI einen Diagnosenthesaurus herausgegeben, der in alphabetischer Ordnung mehr als 10 000 ärztliche Krankheitsbegriffe mit der zugehörigen ICD-10-Schlüsselnummer enthält. Diese ZI-Veröffentlichungen wurden allen Herstellern von Praxissoftware auch als Dateien zur Verfügung gestellt, wodurch ein gewisses Maß an Einheitlichkeit und Qualität bei der Verschlüsselung erreicht werden soll.
Die Diagnosenverschlüsselung nach dem Basisschlüssel ist gemäß dem Vorschlag des ICD-10Arbeitsausschusses für die Zwecke des § 295 SGB V ausreichend für Ärzte in der hausärztlichen Versorgung und im organisierten Notfalldienst sowie für Ärzte in der fachlichen Versorgung, soweit sie gebietsfremde Diagnosen verschlüsseln. Ärzte in der fachärztlichen Versorgung sollen die Diagnosen ihres Fachgebietes nach der vollständigen ICD-10-Arbeitsausgabe verschlüsseln, die in der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) generell benutzt werden soll. EB
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