ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2008ÄrzteSchach: Alle Jahre wieder

SCHLUSSPUNKT

ÄrzteSchach: Alle Jahre wieder

Dtsch Arztebl 2008; 105(12): [108]

Pfleger, Helmut

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Foto: Dagobert Kohlmeyer
Foto: Dagobert Kohlmeyer
Nur du, himmlischer Meister, kennst diesen Tag, An dem mein Leben vergeht, diesen bestimmten Tag,
An dem der Wind mein Leben verweht,
Und jedes Jahr, nachdem dieser Tag an mir vorbeigeht,
Gibt es eine Verlängerung meines Lebens hienieden,
Weil Du, mein Meister, da oben so hast es entschieden,
Und dann geht mein Schachspiel im Leben
Vielleicht für ein Jahr, oder sogar mehr, weiter.
Diese Zeilen aus ihrem Gedichtband „Impressionen“ schickte mir die mit einem Kinderarzt verheiratete Diplom-Bibliothekarin Dorothea Zimmermann.

Kurz vor dem nächsten deutschen Ärzteschachturnier vom 28. bis 30. März in Bad Homburg weiß auch ich nicht, wie lange dieses noch weitergeht. Noch wer diesmal teilnehmen und über das schwarz-weiße Schachbrettmuster vor dem Kurhaushotel (vermutlich eine Hommage der Stadt ans Ärzteturnier) schreiten wird. Sicher viele der „üblichen Verdächtigen“, die zum Teil dann alle 16-mal dabei waren.

Wird Dr. med. Gunnar Riemer, der in Oslo in einer Spezialklinik für seltene angeborene Erkrankungen (Spina bifida, Marfan-Syndrom und andere) arbeitet, wieder den weiten Weg auf sich nehmen und zumindest so der deutschen Ärzteschaft erhalten bleiben? Wird Dr. med. Aydin Halim wieder seinen Kollegen Dr. med. Eyüp Ekici, mit dem er einst in der Türkei studierte, mitbringen? Wird Prof. Dr. Peter Krauseneck wieder von einem beeindruckten Gegner gefragt werden: „Spielen Sie häufiger Französisch?“ (Meine) Antwort: „Aber natürlich – er kennt ja gar nichts anderes. Wie der deutsche Großmeister Wolfgang Uhlmann.“ Wird Dr. med. Günter Fischer wieder sein Maskottchen „Sultan Mehmet“ aus der Hosentasche hervorzaubern? Wird Dr. med. Wilhelm Burow vorher wieder einen Abstecher zum Schiller-Schach (dem dieses Schachspiel ein großer Trost vor seinem Tod war) in Marbach machen? Werden Dr. med. Kurt Baum und Dr. med. Benedict Ungar, die im Internetschach unter ihren Pseudonymen „Wonne“ respektive „J’adoube“ unter ihren Gegnern wüten, wieder Nahschach spielen? Werden in der Hitze des Gefechts wieder einzügige Matts übersehen werden? Wird kurz nach dem Turnier wieder ein Kollege beim „Deutschen Ärzteblatt“ anrufen und sich mächtig ins Zeug legen (keine Zeit gehabt, viel Stress und nur deshalb die Verspätung), damit seine Anmeldung noch angenommen werde. Bis schließlich die Sekretärin Jutta Bertram den Hinweis loswerden kann, dass das Turnier leider schon beendet sei. All das weiß ich nicht. Nur eines.

Dass nämlich Dr. med. Siegmar Gottwald als Weißer mit seiner Bauerngabel nicht nur keine Figur gewann, sondern nach dem kräftigen schwarzen Gegenzug von Dr. med. Friedrich Kozel sogar aufgab. Wie kam’s?

Lösung:
Nach dem Läuferopfer 1. . . . Lxd4! gab Weiß schon auf, weil er nach 2. Dxd4 Sf3+! die Dame verlöre, ansonsten aber der Turm a1 dem begierigen Blick des Läufers scheinbar nicht entrinnen kann. Allerdings hätte Weiß mit der Gegenfinte 2. Lg5! (2. . . . Dxg5 3. Dxd4, 2. . . . Dd6 3. Le7!, 2. . . . Db6 3. Le3) noch etwas, letztlich wohl vergeblichen Widerstand leisten können.
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