ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2008Trends in der Prävalenz und ambulanten Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus: Schlusswort
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LNSLNS Vielen Dank für den konstruktiven Leserbrief, der relevante Fragen anspricht. Es ist richtig, dass unsere AOK-Versichertenstichprobe nicht die Gesamtbevölkerung repräsentiert und damit eine gewisse Verzerrung der Ergebnisse nicht auszuschließen ist.

Unsere Analyse beruht ausschließlich auf einer retrospektiven Auswertung von Abrechnungsdaten und bildet Prozessqualität ab. Damit kann die Einhaltung von Therapieleitlinien nur indirekt erfasst werden. Welche Besonderheiten bei der Inanspruchnahme beziehungsweise Erbringung von Leistungen vorlagen, entzieht sich den methodischen Möglichkeiten. Dennoch weisen die beobachteten Trends darauf hin, dass sich die abgerechneten Leistungen über die Zeit immer stärker den etablierten Behandlungsleitlinien angenähert haben. Da wir nur Durchschnittswerte angeben können, ist es durchaus möglich, dass ein Teil der Ärzte, insbesondere diejenigen mit diabetologischer Qualifikation, eher leitliniengerecht handeln, während ein anderer Teil solche Empfehlungen nicht ausreichend beachtet. Nach unserer Ansicht ist es durchaus plausibel, dass der unverkennbar positive Trend auf die verbesserten Strukturen in der diabetologischen Versorgung zurückzuführen ist.

Auch für uns war überraschend, dass kein eindeutiger Rückgang der häufigen stationären Einweisungen nachweisbar war. Daher mag die Vermutung, dass es viele unnötige Einweisungen gegeben hat, zutreffen. Eine andere Erklärung könnte jedoch sein, dass Menschen mit Diabetes dank besserer Versorgung länger leben. Je höher das Alter der Betroffenen ist, desto schwieriger sind Therapieprobleme ambulant zu beherrschen. Nicht zu vergessen ist, dass nur eine Minderheit der Patienten mit Diabetes von diabetologischen Schwerpunkteinrichtungen betreut wird. Hier lässt sich noch einiges Potenzial für eine bessere integrierte Versorgung vermuten.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0238b

Prof. Dr. med. Hans Hauner
Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin
der Technischen Universität München
Klinikum rechts der Isar
Ismaninger Straße 52
81675 München
E-Mail: hans.hauner@lrz.tum.de

Interessenkonflikt
Die PMV-Forschungsgruppe hat von den folgenden Firmen Drittmittel als unrestricted grants für epidemiologische und gesundheitlichökonomische, nicht produktbezogene Analysen erhalten: Aventis/Sanofi-Aventis, Pfizer, Lilly, Hoffmann-LaRoche, Janssen-Cilag. Hans Hauner erhielt Vortragshonorare von den Firmen Sanofi-Aventis, Lilly, Merck, Novartis, GSK sowie Reisekostenübernahmen von Sanofi-Aventis. Ferner erhielt er Studienunterstützung von den Firmen Sanofi-Aventis und Lilly.

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