ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2008Randnotiz: Im Staate Dänemark

AKTUELL

Randnotiz: Im Staate Dänemark

Dtsch Arztebl 2008; 105(14): A-709 / B-621 / C-609

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Menschen, die morgens früh aufstehen und fröhlich den Tag beginnen, gelten gemeinhin als fleißig, dynamisch und erfolgreich. Spätaufsteher dagegen haben einen eher schlechten Ruf. Doch das ändert sich zurzeit. Jedenfalls in Dänemark. Dort nämlich hat Camilla Kring dem morgendlichen frühen Weckerklingeln den Kampf angesagt. „Warum sollen wir uns Arbeitszeiten wie einst die Mönche und die Bauern aufzwingen lassen, wenn das im Computerzeitalter doch völlig überflüssig ist?“, fragt die Ingenieurin. Sie veröffentlichte ihre Thesen zuerst auf den Kuriosa-Seiten der Zeitung „Politiken“. Doch inzwischen erhält Kring immer mehr Unterstützung – auch von Wissenschaftlern und Arbeitgebern. So macht nach Ansicht des dänischen Schlafforschers und Neurologen Morten Møller der harte Kern der Morgenmuffel sechs Prozent aus. Insgesamt schätzen Wissenschaftler diese sogenannten B-Menschen auf 15 bis 25 Prozent. Die Kopenhagener Stadtverwaltung bietet spezielle Jobangebote für Spätaufsteher an. „Langschläfer sind bei uns im Pflegesektor hochwillkommen,“ meinte der Kopenhagener Personalchef Kim Maskell und kündigte neue Arbeitszeitmodelle an. „Lasst die Leute um elf zur Arbeit und um acht nach Hause gehen“, fordert Kring auf der Internetseite www.b-samfund.dk. Heute gehe es im Arbeitsleben darum, „dass die Menschen arbeiten, wenn sie am kreativsten sind“. In der Realität richte sich die Gesellschaft aber immer noch nach den Bedürfnissen derjenigen, die von acht bis 16 Uhr arbeiteten. In Dänemark scheint sich dies zu ändern. Doch ob sich der Trend auch in Deutschland durchsetzen wird, bleibt zu bezweifeln.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema