ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2008Chronisch kranke Kinder: Probleme beim Übergang ins Erwachsenenalter

AKTUELL

Chronisch kranke Kinder: Probleme beim Übergang ins Erwachsenenalter

Dtsch Arztebl 2008; 105(14): A-712

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Hilfe für junge Chroniker: Die Angebote der Kinderheilkunde und Erwachsenenmedizin müssen besser vernetzt werden. Foto: ddp
Hilfe für junge Chroniker: Die Angebote der Kinderheilkunde und Erwachsenenmedizin müssen besser vernetzt werden. Foto: ddp
Die DRK-Kliniken Berlin-Westend wollen untersuchen, wie für chronisch kranke Jugendliche der Übergang von der pädiatrischen in die Erwachsenenmedizin möglichst unkompliziert verlaufen kann. Das interdisziplinäre Projekt ist auf die nächsten drei Jahre angelegt.

Den Kliniken zufolge leiden bis zu 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien, Rheuma, Diabetes oder auch an Epilepsie. Kritisch werde es, wenn die Patienten im Alter zwischen 18 und 21 Jahren für ihre medizinische Versorgung selbst verantwortlich würden, obwohl sie oft noch nicht ausreichend Eigenverantwortung dafür entwickelt hätten. Einige Patienten verlören in dieser Transitionsphase den regelmäßigen Kontakt und gingen erst dann wieder zum Arzt, wenn Komplikationen aufträten.

Probleme sieht auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Übergabe an die Erwachsenenmedizin sei „ein immer noch fast unlösbares Problem“, kritisierte der Jugendbeauftragte des Verbands, Dr. med. Uwe Büsching. Die Kinderärzte fordern, vernetzte Strukturen aufzubauen, vor allem zur psychosozialen Betreuung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher.

Am Klinikum Berlin-Westend wollen die Ärzte jetzt anhand von Epilepsie und Diabetes mellitus ein flexibles Interventions- und Rahmenkonzept entwickeln, das auf alle chronischen Erkrankungen anwendbar ist. Die Ergebnisse sollen ärztlichen Fachgesellschaften als Grundlage für neue Behandlungsleitlinien dienen, aber auch Krankenkassen beim Abschluss entsprechender Versorgungsverträge unterstützen. Die wissenschaftliche Planung und Evaluierung nimmt das Berliner IGES-Institut vor. Die Robert-Bosch-Stiftung finanziert das Projekt. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema