ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2008Bildgebende Diagnostik der Sigmadivertikulitis: Unterscheidung zwischen Tumor oder Entzündung

MEDIZIN: Diskussion

Bildgebende Diagnostik der Sigmadivertikulitis: Unterscheidung zwischen Tumor oder Entzündung

Imaging Techniques in Sigmoid Diverticulitis: Differentiating Between Tumor and Inflammation

Dtsch Arztebl 2008; 105(14): 264; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0264

Lünstedt, Bernd

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LNSLNS In dem oben genannten Artikel stellt sich einmal mehr die Frage nach der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Diagnostik und Therapie von Patienten, wenn die klinische Fragestellung unterschiedlich bewertet wird und die diagnostischen Möglichkeiten der anderen Disziplin nicht bekannt sind.

Mit der virtuellen Koloskopie, einer relativ neuen Untersuchungsmethode auf dem Gebiet der bildgebenden Verfahren, kann sehr wohl zu vielen Fragen in der Diagnostik und möglichen Therapie der akuten Divertikulitis Stellung genommen werden, ohne den Patienten zusätzlich zu gefährden. Ohne orales beziehungsweise enterales Kontrastmittel und mit deutlich geringerer Strahlenbelastung kann der Dickdarm dreidimensional dargestellt und gleichzeitig von intraluminal betrachtet werden. Die erforderliche orthograde Darmreinigung stellt gleichzeitig die erste therapeutische Maßnahme der Erkrankung dar. Als hochstandardisiertes Untersuchungsverfahren mit druck- und volumenkontrollierter Insufflation von CO2 ermöglicht die virtuelle Koloskopie eine genaue Lokalisation der betroffenen Darmabschnitte und die Unterscheidung zwischen Tumor oder Entzündung. Außerdem behindert sie keine eventuell erforderliche minimal-invasive Operation durch geblähte Darmschlingen. Die Informationen aus der normalen Computertomografie werden gleichzeitig mitgeliefert.

Auch wenn dieses Untersuchungsverfahren noch nicht weit verbreitet ist, sollte es doch als Option für die Zukunft genannt werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0264

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Bernd Lünstedt
Chirurgisches Institut Berlin
Ludolfingerweg 37
13465 Berlin
E-Mail: info@chirurgische-beratung.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des
International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Die Autoren des Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.

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