ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2008Enhancement: Wächter der Gesundheit
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Der von Schäfer und Groß vorgelegten Sammlung von Argumenten zum psychopharmakologischen Eingriff in die personale Identität kann man aus suchttherapeutischer Sicht nur zustimmen. Die Berufung der Befürworter des Enhancements auf die freie Willensentscheidung des Betroffenen wird ad absurdum geführt, wenn eben die freie Willensbildung und die Entfaltung der vitalen Interessen des Individuums durch die Drogenwirkung eingeschränkt und schließlich zugunsten einer monomanen Abhängigkeit aufgehoben wird. Gegner einschränkender Reglementierungen sagen oft: „Es hat noch nie eine menschliche Gemeinschaft ohne psychotrope Drogen gegeben“ – und sagen damit die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit sagt, wer hinzufügt: „Es hat auch noch nie eine menschliche Gemeinschaft ohne Reglementierung des Drogengebrauchs gegeben“. Die Reglementierung lag in der Hand der Medizinmänner, die schon immer wussten, dass es überindividueller Steuerung bedarf, wo das individuelle Steuerungsvermögen verloren gegangen ist. Wir Ärzte dürfen dieses Wächteramt für die Gesundheit des Einzelnen und der Gemeinschaft nicht ablegen.
Dr. med. Helmut Waldmann, Brentanostraße 21, 80807 München
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