ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2008Lexikon: Weckt Leselust

MEDIEN

Lexikon: Weckt Leselust

Dtsch Arztebl 2008; 105(14): A-740 / B-647 / C-635

Joosten, Hermann J.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Uwe Henrik Peters: Lexikon Psychiatrie, Psychotherapie, Medizinische Psychologie. Mit einem englisch-deutschen Wörterbuch im Anhang. 6. Auflage. Urban & Fischer, Elsevier GmbH, München, 2007, 679 Seiten, gebunden, 39,95 Euro
Uwe Henrik Peters: Lexikon Psychiatrie, Psychotherapie, Medizinische Psychologie. Mit einem englisch-deutschen Wörterbuch im Anhang. 6. Auflage. Urban & Fischer, Elsevier GmbH, München, 2007, 679 Seiten, gebunden, 39,95 Euro
Dieses Lexikon erscheint nun in einer sechsten Auflage, völlig neu bearbeitet und erweitert. Im Vorwort schreibt der Autor: „Auch in der neuen Auflage gibt es keinen Satz, den ich nicht vollständig selbst zu verantworten hätte.“ Ein immer seltener werdender Satz in einem Lexikon. Die Psychiatrie ist ein komplexes Fach und hat sowohl die Naturwissenschaft als auch die Kulturwissenschaft zur Grundlage. Daher findet man Stichworte aus beiden Bereichen und eine Vielzahl von historischen und biografischen Stichworten. So enthält das Werk viele Begriffe, die zwar für die heutige Behandlungspraxis nicht direkt relevant, jedoch für das Verständnis der Entwicklung der Psychiatrie und für die Klärung unterschiedlicher theoretischer Positionen unabdingbar sind. Die Stichworte sind kurz, aber hinreichend erläutert. Für eine fundierte Beschäftigung mit dem Fach Psychiatrie ist das Buch eine wesentliche Unterstützung. Man findet auch sehr viele Einträge zu Symptomen und Syndromen (zum Beispiel Onomatophobie, Pragmatamnesie, Doppeldenken), welche eine große Hilfe für das Verständnis und das Verfassen von Befunden und Berichten sind.

Das Buch weckt durchaus die Leselust. Nach dem Nachschlagen eines Begriffs mag man gerne weiterlesen, denn der Autor öffnet dem Leser durch seine jahrzehntelangen Erfahrungen und umfänglichen Kenntnisse einen Einblick in die Variationen menschlicher Verirrungen.

Die Frage von Aktualität und Umfang stellt sich ebenfalls. Dazu kann man eigentlich nur sagen, dass natürlich – wie in anderen Lexika auch – jeder Spezialist aus seinem engen Bereich Begriffe vermissen wird. Aktuelle Begriffe sind eingearbeitet. Aufgenommen sind auch die diagnostischen Kategorien des DSM- III-R und der ICD-10. Es fehlen indes zum Beispiel Einarbeitungen zur aktuellen Bindungstheorie, Säuglingsforschung, zu Theorien und Methoden der Psychotraumatologie (der Begriff als solcher ist aufgenommen und erläutert). Jedoch muss man sagen, dass die Breite der Entwicklung der Forschung in den verschiedensten Bereichen kaum mehr überschaubar ist. Eingedenk dessen bietet dieses Werk einen enormen Umfang an Begriffen und damit Inhalt. Im Anhang findet der Leser ein kleines englisch-deutsches Wörterbuch. Sehr hilfreich ist, dass man die englischen Begriffe jeweils direkt am Ende des deutschsprachigen lexikalischen Eintrags findet.

Dieses Werk sei nicht nur Ärzten, sondern auch Psychologen, Pädagogen und Juristen empfohlen.
Hermann J. Joosten
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema