ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Zeichen subklinischer Atherosklerose: Schlusswort
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LNSLNS Die Autoren danken Dr. Zimmermann für den Hinweis auf das Schlafapnoe-Syndrom als kardiovaskulärem Risikofaktor.

Das Ziel der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie ist die Bestimmung der prädiktiven Bedeutung des Koronarkalks als Ausdruck einer subklinischen Atherosklerose auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Zusätzlich werden andere Zeichen der subklinischen Atherosklerose, wie die Intima-Media-Dicke und die Plaquebildung in der Arteria carotis sowie der ABI-Index zur Fassung einer peripheren arteriellen Verschlusserkrankung bestimmt. Neben dem EKG und dem Belastungs-EKG werden anthropometrische und psychosoziale Faktoren analysiert.

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist unabhängig von anderen Einflussgrößen – wie beispielsweise Alter, Körpergewicht und metabolischen Erkrankungen – mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden (13). Größeren epidemiologischen Studien zufolge ist die OSA insbesondere als unabhängiger Risikofaktor einer arteriellen Hypertonie anzusehen (2, 3). Die leitliniengestützte Abklärung einer arteriellen Hypertonie beinhaltet infolgedessen ein Screening auf Schlafapnoe.

Deshalb wurde von uns in der aktuellen Zweituntersuchung der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie in einer Kooperation mit Prof. Teschler, Ruhrlandklinik Essen, diesem Umstand Rechnung getragen und eine nächtliche Messung der Atmung durchgeführt.

Da nicht alle Probanden aus logistischen Gründen mit dem Goldstandard einer kompletten Polysomnografie untersucht werden können, wurde eine einfache Screeninguntersuchung des Atemflusses im Schlaf (Apnea Link, Resmed, Sydney, Australien) durchgeführt. Dr. Wessendorf und Mitarbeiter konnten die ersten Ergebnisse kürzlich vorstellen. Die Autoren berichten, dass die OSA in Kollektiv der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie eine häufige Komorbidität darstellt und der Schweregrad einer Schlafapnoe mit Alter, Body-Mass-Index und der Waist-Hip-Ratio korreliert. Diesbezüglich besteht Übereinstimmung mit den Daten in der entsprechenden Fachliteratur. Erste Analysen zeigen auch eine Assoziation zum Koronarkalk; ob sich dies unabhängig von anderen Faktoren herausstellt, wird derzeit untersucht. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0294b

Prof. Dr. med. Raimund Erbel
Klinik für Kardiologie
Universitätsklinikum Essen
Westdeutsches Herzzentrum Essen
Hufelandstraße 55
45122 Essen
E-Mail: erbel@uk-essen.de

Interessenkonflikt
Prof. Erbel erhielt Unterstützung zur Ausrichtung eines Kongresses von der Firma Siemens, Erlangen.
1.
Schulz R, Eisele HJ, Weissmann N, Seeger W: Obstruktive Schlafapnoe – ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Dtsch Arztebl 2006; 103: A 775–81. VOLLTEXT
2.
Peppard PE, Young T, Palta M, Skatrud J: Prospective study of the association between sleep-disordered breathing and hypertension. N Engl J Med 2000; 342: 1378–84. MEDLINE
3.
Shahar E, Whitney CW, Redline S, Lee ET, Newman AB, Javier NF et al.: Sleep-disordered breathing and cardiovascular disease: cross-sectional result of the Sleep Heart Health Study. Am J Respir Crit Care Med 2001; 163: 19–25. MEDLINE
1. Schulz R, Eisele HJ, Weissmann N, Seeger W: Obstruktive Schlafapnoe – ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Dtsch Arztebl 2006; 103: A 775–81. VOLLTEXT
2. Peppard PE, Young T, Palta M, Skatrud J: Prospective study of the association between sleep-disordered breathing and hypertension. N Engl J Med 2000; 342: 1378–84. MEDLINE
3. Shahar E, Whitney CW, Redline S, Lee ET, Newman AB, Javier NF et al.: Sleep-disordered breathing and cardiovascular disease: cross-sectional result of the Sleep Heart Health Study. Am J Respir Crit Care Med 2001; 163: 19–25. MEDLINE

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