ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1997Therapie des Morbus Parkinson: Für das Frühstadium auch Ropinirol

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Therapie des Morbus Parkinson: Für das Frühstadium auch Ropinirol

Stoschek, Jürgen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Für die Behandlung des Morbus Parkinson gilt L-Dopa nach wie vor als eines der wirksamsten Medikamente, das deshalb auch häufig zuerst eingesetzt wird. Die mögliche Induktion von Dyskinesien ist eine der bekannten Nebenwirkungen von L-Dopa. Insbesondere bei jüngeren Patienten treten die nicht reversiblen Bewegungsstörungen oftmals früher auf als bei älteren. L-Dopa wird deshalb im Frühstadium von zunehmend mehr Ärzten mit großer Zurückhaltung eingesetzt.
Als erster Dopamin-Agonist hat jetzt ReQuip® (Ropinirol) die Zulassung für die Monotherapie im Frühstadium der Parkinson-Erkrankung erhalten und könnte damit L-Dopa ersetzen. Außerdem wurde das Medikament für die Therapie des M. Parkinson in Kombination mit L-Dopa zugelassen, nachdem sich in klinischen Studien gezeigt hatte, daß bei Kombination der beiden Substanzen die Dosis von L-Dopa reduziert werden kann.
Niedergelassenen Fachärzten und Kliniken werde das Medikament ab dem 2. Quartal zur Verfügung stehen, teilte SmithKline Beecham anläßlich der Neueinführung von ReQuip® in München mit. Ropinirol ist ein Dihydro-Indol-Derivat und strukturell dem physiologischen Agonisten Dopamin ähnlich. Im Unterschied zu den bisherigen Dopamin-Agonisten bindet Ropinirol nicht an andere postsynaptische zentralnervöse Rezeptoren und hat damit auch keine antiserotonerge oder antiadrenerge Aktivität. Nach Angaben des Unternehmens weist der neue Dopamin-Agonist somit ein "saubereres" Wirkprofil auf als die Vergleichssubstanzen.
Sowohl im Tiermodell als auch in den klinischen Studien träten unter Ropinirol kaum Bewegungsstörungen auf, berichteten die Neurologen Prof. Werner Poewe (Innsbruck) und Prof. Heinz Reichmann (Dresden) übereinstimmend. Die klinischen Untersuchungen erstreckten sich sowohl auf die Monotherapie im Frühstadium wie auch auf die Therapie im fortgeschrittenen Stadium in Kombination von L-Dopa. Insgesamt wurden in Studien 1 360 Patienten behandelt.
In der Monotherapie verbesserte sich die Motorik der Patienten unter ReQuip® signifikant mehr als unter Plazebo. Auch in einer Vergleichsstudie mit dem Standardmittel Bromocriptin verbesserte sich die Motorik signifikant. Nur bei schweren Erkrankungen war L-Dopa besser wirksam als ReQuip®. Die häufigste Nebenwirkung in der Monotherapie war Übelkeit zu Beginn der Behandlung, die sich aber durch ein langsames Auftitrieren umgehen läßt. In der Kombination mit L-Dopa traten Dyskinesien und Übelkeit auf.
Jürgen Stoschek
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote