ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Telmisartan schützt ebenso wie Ramipril

AKTUELL: Akut

Telmisartan schützt ebenso wie Ramipril

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-762 / B-666 / C-654

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Der blutdrucksenkende Wirkstoff Telmisartan bietet kardiovaskulären Hochrisikopatienten den gleichen Schutz wie die bisherige Standardtherapie mit Ramipril – er ist allerdings deutlich verträglicher. Eine Kombination der beiden Präparate mit unterschiedlichem Wirkmechanismus bringt hingegen keinen zusätzlichen Vorteil. Das ist das Ergebnis der ONTARGET*-Studie, die auf dem Jahreskongress des American College of Cardiology in Chicago vorgestellt worden ist und zeitgleich vom Studienleiter Prof. Salim Yussuf (Hamilton/Kanada) in der Onlineausgabe des „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde.

Telmisartan ist damit der einzige Wirkstoff unter den Angiotensin-II-Rezeptorblockern, der unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidenden Hochrisikopatienten eine über die reine Blutdrucksenkung hinausgehende Schutzwirkung bietet. Diese Schutzwirkung war bisher nur für den häufig verwendeten ACE-Hemmer Ramipril nachgewiesen. In die Studie waren 25 620 Patienten eingeschlossen und bis zu sechs Jahre beobachtet worden. Sie waren mindestens 55 Jahre alt (Mittel 66 Jahre), hatten einen normalen oder medikamentös gut eingestellten Blutdruck und ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (KHK, periphere arterielle Verschlusskrankheit, symptomatische Erkrankungen der Hirngefäße oder Diabetes mellitus mit bereits bestehenden Organschäden).

In die Leitlinen zur kardiovaskulären Sekundärprävention aufnehmen
Die Anzahl der gemeldeten kardiovaskulären Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Herzinsuffizienz und Tod war in der Ramipril-Gruppe (10 mg/Tag) und der Telmisartan-Gruppe (80 mg/Tag) gleich (16,5 versus 16,7 Prozent). Unter der Kombination waren es 16,3 Prozent. Telmisartan wurde allerdings besser vertragen als Ramipril. Es traten seltener Husten (1,1 versus 4,2 Prozent) und Angioödeme auf (0,1 versus 0,3 Prozent). Die Rate von hypotensiven Symptomen war mit 2,6 Prozent bei dem Sartan, verglichen mit 1,7 Prozent, leicht höher.

Nach Ansicht von Prof. Dr. med. Michael Böhm (Universitätsklinikum Homburg/Saar) muss Telmisartan aufgrund dieser Ergebnisse nun gleichwertig als Alternative zu Ramipril in die Leitlinien zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse aufgenommen werden. Vorteile des Sartans seien die bessere Verträglichkeit und die längere Wirkung. zyl

*ONTARGET: The ongoing Telmisartan Alone and in Combination with Ramipril Global Endpoint Trial
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