ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Glücksspielsucht-Prävention: Auf den Weg gebracht

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Glücksspielsucht-Prävention: Auf den Weg gebracht

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-764

Bühring, Petra

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Spielen kann süchtig machen. Hilfsangebote für Betroffene und Präventionsmaßnahmen gibt es aber bislang kaum. Foto: ddp
Spielen kann süchtig machen. Hilfsangebote für Betroffene und Präventionsmaßnahmen gibt es aber bislang kaum. Foto: ddp
Glücksspielsucht-Prävention: Auf den Weg gebracht
Die Zahlen schwanken beträchtlich: Zwischen 50 000 und 400 000 pathologische Glücksspieler gibt es nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung in Deutschland – Tendenz steigend. „Diese Zahlen machen es notwendig, sich aktiv für die bestmögliche Glücksspielsucht-Prävention einzusetzen“, sagte Sabine Bätzing bei einem Pressegespräch zum Glücksspielstaatsvertrag der Länder, der Anfang 2008 in Kraft trat. Mit dem Staatsvertrag soll durch flächendeckende Präventionsmaßnahmen der Glücksspielsucht vorgebeugt werden. Zudem gibt es strengere Regelungen für das Internet: Glücksspielangebote durch gewerbliche Wettanbieter, Sportwetten und Werbung für Glücksspiel sind dort verboten. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hatte 2006 die Ausrichtung des Staatsvertrags auf Maßnahmen der Prävention als Voraussetzung für das staatliche Glücksspielmonopol gefordert.

Angesichts der „Explosion des Glücksspielsmarkts“ bezeichnete Wolfgang Schmidt, Hessische Landesstelle für Suchtfragen, das BVerfG-Urteil als „Paradigmenwechsel“. Allerdings seien die Präventionsmaßnahmen „nicht stringent“. Es fehlten Standards, „damit die Betroffenen überall die gleiche Hilfe bekommen“. Kritisch beurteilte Schmidt, dass das Betreiben von Geldspielautomaten nicht Gegenstand des Staatsvertrags ist. Fast 80 Prozent aller pathologischen Spieler nutzen Automaten.

Einige Ansätze zur Prävention gibt es bereits: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine Aufklärungskampagne zusammen mit dem Deutschen Lotto- und Totoblock gestartet. Letzterer will Spielsucht durch einen Verzicht auf besonders suchtfördernde Spielformen, wie Live- oder SMS-Wetten, vorbeugen. Mit dem Modellprojekt „Frühe Intervention bei pathologischem Glücksspiel“ soll das geringe bundesweite Angebot an Beratungsstellen ausgebaut werden. An 15 Standorten wird das von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. koordinierte Projekt durchgeführt. PB
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