ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Palliativmedizin in Europa

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Palliativmedizin in Europa

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-780 / B-679 / C-668

Radbruch, Lukas

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LNSLNS Für mehrere große Forschungsverbünde der Palliativmedizin wurde eine Förderung unter dem 6. und 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union bewilligt: Die European Palliative Care Research Collaborative entwickelt Leitlinien zur Diagnose und Behandlung von Schmerzen, Depression und Kachexie bei Tumorpatienten (www.epcrc.org). Gerade angelaufen ist das Projekt „Optimising Cancer Patient Care through the Advancement of Research and Education“. Mit diesem Projekt soll die Betreuung aller sterbenden Patienten in den letzten Lebenstagen durch den Einsatz eines Behandlungspfads, des Liverpool Care Pathway for the Dying, optimiert werden. Ebenfalls neu ist das Projekt „Reflecting the Positive Diversities of European Priorities for Research and Measurement in end of life Care“, das auf internationalen Erfahrungen mit dem Lebensqualitätsfragebogen Palliative Outcome Score basiert und in dem kulturelle Unterschiede definiert und „Best-Practice“-Modelle in der Forschung identifiziert werden sollen. An allen Verbünden sind deutsche Palliativmediziner aus Einrichtungen in Aachen, Bonn, Köln, Göttingen und München beteiligt.

Diese Forschungsverbünde werden die Zusammenarbeit der palliativmedizinischen Forschungszentren in Europa stärken, und sie sind groß genug, um Quervernetzungen mit anderen Forschungsbereichen zu ermöglichen. Die Europäische Kommission will die Förderung der Palliativmedizin weiter verstärken, die Einzelheiten sollen in einer EU-Konferenz zum Jahresende diskutiert werden. Das teilten der für das Rahmenprogramm zuständige Kommissar für Forschung bei der Europäischen Kommission, Janez Potocnik, und Vertreter der Generaldirektion Öffentliche Gesundheit mit. Die Europäische Palliativgesellschaft wird diese Entwicklung durch die Formulierung einer europäischen Forschungsagenda für Palliativmedizin unterstützen.

Künftig soll auch eine Finanzierung der Kooperation mit afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern möglich sein. Der Blick über den Tellerrand durch den Vergleich mit außereuropäischen Partnern ermöglicht oft neue Denkanstöße für die eigene Arbeit. Die Europäische Palliativgesellschaft wird die aktuellen Entwicklungen unterstützen und auf ihrer Internetseite eine Plattform für Austausch und Diskussion bieten.
Prof. Dr. med. Lukas Radbruch, Präsident der European Association of Palliative Care, RWTH Aachen

Weitere Informationen im Internet: www.eapcnet.org
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