ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Patientensicherheit: Fehlerkultur als Selbstanzeige?
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Ein „mutiges Eingeständnis“ sei die neue Fehlerkultur. Wohl wahr! Ein Qualitätsmanagement-Dozent riet uns unter vorgehaltener Hand, vollzogene Fehler ja nicht zu dokumentieren, da sie – valides Qualitätsmanagement hin oder her – sehr wohl strafrechtlich relevant seien. Neue Fehlerkultur als strafrechtliche Selbstanzeige? Sehen und sagen das die Protagonisten in dieser Deutlichkeit auch so? Alle veröffentlichten, mir bekannt gewordenen Fehlerbekenntnisse hatten einen gemeinsamen Nenner: Zeitdruck! Die Konsequenz, die daraus ein Kommentator zog: Nicht: Zeit geben, Entschleunigung. Sondern: Fortbildung! Und so meine Gegenfrage: Wo ist das „System“ (d. h. Legislative, Jurisdiktion, Politik, Kassen, Gutachter, Juristen) bereit zum Geständnis des eigenen Anteils an den zur Frage stehenden Fehlern? . . . Fast schon süffisant: Nachdem die Fehlerkultur des Christentums (vulgo: Beichte) als dem Menschen nicht angemessen, erniedrigend, entwürdigend, demütigend, psychopathologisierend abqualifiziert ist, soll dies hier wieder voranbringen. Und dazu noch öffentlich.
Dr. Alexander Ulbrich, Birkheckenstraße 1,
70599 Stuttgart
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