ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Aus- und Weiterbildung: Auf Visite beim virtuellen Patienten

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Aus- und Weiterbildung: Auf Visite beim virtuellen Patienten

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-789 / B-688 / C-676

EB

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Die Spezialisierung der Universitätskrankenhäuser, verkürzte Liegezeiten der Patienten und rasante Veränderungen im Gesundheitswesen erschweren die praktische Ausbildung junger Mediziner, sodass ihnen oftmals klinisches Handlungswissen fehlt. Das medizinische Onlinelernprogramm des E-Learning-Verlags Inmedea GmbH, Tübingen, simuliert Abläufe und Situationen in verschiedenen Fachabteilungen eines Krankenhauses mit jeweils typischen Patientengruppen (www.inmedea.com). Die interaktive Lernplattform ermöglicht dabei realitätsnahe Einblicke in die Fachabteilungen. Unterstützt durch eine virtuelle Multimediabibliothek üben die virtuellen Chirurgen, Orthopäden, Neurologen, HNO- oder Kinderärzte typische Vorgehensweisen ein.

Die Räume der virtuellen Klinik sind einheitlich künstlerisch gestaltet, mehr als 200 virtuelle Patienten treten als individuelle Charaktere mit unterschiedlichen Krankheitszeichen auf. Der Anwender kann Anamnesen und Untersuchungen durchführen, Laborbefunde anfordern, Diagnosen stellen und sich für Therapien entscheiden. Jeder Schritt wird in der digitalen Krankenakte protokolliert und überprüft. Darüber hinaus können die jungen Mediziner Hilfe von Experten einholen oder sich in der Bibliothek informieren. Die „Krankheitsfälle“ basieren teils auf realen, teils auf fiktiven Fällen aus dem Lehrbuch; integrierte Zeit- und Kostenerfassungen vermitteln zusätzlich Realitätsnähe. Ein virtueller Patient besteht aus bis zu 3 500 Parametern; für die Komplexität der Krankengeschichten sind mehrere Stufen wählbar.

Einige Universitäten nutzen das virtuelle Krankenhaus bereits für die reguläre Lehre. Außerdem gibt es eine Kooperation mit einem Webshop-Betreiber, bei dem sich angehende Ärzte gegen Gebühr Krankenfälle fürs Selbststudium herunterladen können. EB
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