ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Ulrich Gottstein: Mutiger Einsatz für Frieden und Humanität

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Ulrich Gottstein: Mutiger Einsatz für Frieden und Humanität

Hibbeler, Birgit

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Ulrich Gottstein Foto: IPPNW/Andreas Schoelzel
Ulrich Gottstein Foto: IPPNW/Andreas Schoelzel
Der Kalte Krieg und die nukleare Bedrohung – das waren zentrale Themen der Politik, als 1981 die deutsche Sektion der Initiative „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) entstand. Prof. Dr. med. Ulrich Gottstein (81) ist Ini-tiator und Mitbegründer der IPPNW und gehört zu den Unterzeichnern der „Frankfurter Erklärung“, in der sich Ärzte jeglicher kriegsmedizinischen Fortbildung verweigerten.

Diese Position war in der Ärzteschaft damals umstritten. Doch Gottstein und seine Mitstreiter sahen es als ihre Pflicht an, die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass die Folgen einer nuklearen Katastrophe medizinisch nicht zu beherrschen seien. Für seinen herausragenden Einsatz für das Gemeinwesen ist er nun mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden.

Gottstein, der von 1971 bis 1991 Chefarzt der Medizinischen Klinik des Bürgerhospitals in Frankfurt am Main und Honorarprofessor für Innere Medizin der dortigen Universität war, habe sich herausragende Verdienste auf sozialem, medizinischem und wissenschaftlichem Gebiet erworben, sagte Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger bei der Verleihung.

Die Liste von Gottsteins Aktivitäten ist in der Tat lang: Er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und Gründungsmitglied mehrerer internationaler Fachgesellschaften. Er organisierte zudem Hilfsaktionen für Menschen in Kriegsgebieten. Besonders eingesetzt hat sich der Träger der Ernst-von-Bergmann-Plakette auch für die Förderung der Palliativmedizin.

Birgit Hibbeler
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