ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2008Tabakentwöhnung: Kostenübernahme gefordert

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Tabakentwöhnung: Kostenübernahme gefordert

PP 7, Ausgabe April 2008, Seite 148

Richter-Kuhlmann, Eva

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Nikotinpflaster können Raucher bei der Tabakentwöhnung unterstützen. Foto: dpa
Nikotinpflaster können Raucher bei der Tabakentwöhnung unterstützen. Foto: dpa
Mit einem Memorandum appelliert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) an Politik und Krankenkassen, die Kosten für eine Tabakentwöhnung zu übernehmen. Es sei fatal, dass Tabakabhängige kaum den Weg in die Suchtbehandlung fänden, sagte der Geschäftsführer der DHS, Rolf Hüllinghorst. Die Therapienachfrage und das Therapieangebot seien nur deshalb so gering, weil die Tabakabhängigkeit die einzige lebensbedrohliche Erkrankung sei, deren Behandlung nicht finanziert werde. „Es ist höchste Zeit, den Weg aus dieser Sackgasse zu finden“, so Hüllinghorst.

Die DHS, der Zusammenschluss der in der Suchthilfe tätigen Verbände, verweist in ihrem Memorandum auf entsprechende Studien. Diese hätten erwiesen, dass bei einer Erstattung der Kosten mehr Raucher an einer Entwöhnung teilnehmen und diese auch erfolgreich abschließen würden. Dennoch würden Nikotinkaugummis, Pflaster und Spray hierzulande als Lifestylepräparate gelten. „Das ist eine völlig falsche Einordnung“, meint Hüllinghorst. „Wenn wir Ernst machen wollen mit der Verringerung des Rauchens, dann müssen wir auch den Entzug bezahlen“, fordert Dr. Raphael Gaßmann, stellvertretender DHS-Geschäftsführer. Eine Therapie zur Tabakentwöhnung (Kombination von Verhaltenstherapie und Ersatzstoffen) kostet zwischen 200 und 500 Euro. ER
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