ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2008Frauengesundheit: Prävention auch im höheren Alter sinnvoll

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Frauengesundheit: Prävention auch im höheren Alter sinnvoll

Bühring, Petra

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LNSLNS „Die Möglichkeiten von gesundheitlicher Prävention für älter werdende Frauen sind eindrucksvoll“, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), „sie werden aber noch nicht ausreichend umgesetzt.“ Dies ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Gesundheitliche Prävention von Frauen in der zweiten Lebenshälfte“, das das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg im Auftrag des Bundesgesundheitsministerium durchgeführt hat.

Die Untersuchung belegt geschlechtsspezifische Unterschiede in den körperlichen, psychischen und sozialen Aspekten des Alterns. Frauen haben zum Teil andere Erkrankungen, Symptome und Krankheitsverläufe als Männer. Besonders häufig leiden Frauen ab 55 Jahren an Arteriosklerose, koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, Gelenkarthrosen, rheumatoider Arthritis, Osteoporose und Diabetes mellitus. Prävention und die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil können die Entwicklung dieser Krankheiten – auch im höheren Alter – hinauszögern oder verhindern. Dazu gehören unter anderem die tägliche Bewegung im Freien, der Abbau von Übergewicht, eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und ein moderater Alkoholgenuss, die Pflege von persönlichen Beziehungen sowie von Interessen und Hobbys.

„Frauen haben eine hohe Sensibilität für körperliche Prozesse, sie brauchen aber auch adäquate Ansprechpartner“, sagte Studienleiter Prof. Dr. med. Andreas Kruse. Er forderte eine „Frauensprechstunde“. Neben der Verhaltensprävention sei auch die „Verhältnisprävention“ wichtig, weil viele der Erkrankungen besonders häufig in niedrigen sozialen Schichten vorkommen. „Diese Frauen müssen motiviert werden.“ Kruse kritisierte zudem, dass in der ärztlichen Beratung älterer Frauen der Prävention nicht immer die Bedeutung beigemessen werde, die ihr zustehe. PB
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