ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Open Source: Initiative „Open eHealth Foundation“

TECHNIK

Open Source: Initiative „Open eHealth Foundation“

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-798

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Drei in der Gesundheitsbranche vertretene IT-Unternehmen – Agfa Healthcare, Intercomponentware und Sun Microsystems – haben eine Open-Source-Initiative für den Gesundheitsbereich gegründet. Die „Open eHealth Foundation“ (Internet: www.openehealth.org) will Softwarekomponenten unter einer Open-Source-Lizenz anbieten, die den Austausch medizinischer Informationen auf der Basis offener Standards ermöglichen.

Die Initiative beruft sich auf eine Studie der EU-Kommission, wonach das weltweite Umsatzpotenzial für E-Health-Lösungen zwischen 60 und 70 Milliarden Euro jährlich liegen wird („eHealth Task Force Report der Europäischen Kommission", 2007, http://ec.europa.eu/information_society/activities/health/docs/lmi-report-final-2007dec.pdf). Um dieses Marktpotenzial zu erschließen und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, müssten die Systeme unterschiedlicher Anbieter interoperabel gemacht werden, heißt es in einer Presseerklärung. Die Gründungsmitglieder wollen daher
- eine Software-Entwicklungsplattform für eine weltweite Entwicklergemeinde schaffen, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben
- und den Mitgliedern der Foundation und anderen Anbietern dazu ein Framework zur Verfügung stellen, um Lösungen zu entwickeln, die auf vorhandenen klinischen und administrativen Standards aufbauen und Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Plattformen und Komponenten ermöglichen.

Entwickelt werden sollen keine neuen Interoperabilitätsstandards, sondern man will mit vorhandenen Standardisierungsgremien zusammenarbeiten, um bereits definierte Standards in Open-Source-Komponenten zu implementieren. Die Initiative will außerdem Referenzimplementierungen für diese Standards bereitstellen. Erste Komponenten werden Lösungen für das Management von Einwilligungen von Patienten, virtuelle Patientenakten, das Management von Patienteninformationen und Dienste für das standardisierte User-, Rollen- und Beziehungsmanagement bereitstellen. Diese Komponenten werden auf vorhandenen Open-Source-Projekten (wie OpenESB, Glassfish, OpenSSO und Mural) aufbauen.

Unternehmen können die Open-Source-Komponenten der Foundation in neuen oder bereits vorhandenen Produkten verwenden, um eine bessere Interoperabilität bei gleichzeitig niedrigeren Integrationskosten zu erreichen. Dabei stellt die Open-Source-Lizenz sicher, dass die Komponenten in kommerziellen Produkten verwendet werden können, ohne dass diese selbst als Open Source bereitgestellt werden müssen. Erste Referenzimplementierungen werden bereits vorhandene Projekte der Gründungsmitglieder nutzen, etwa aus den Bereichen Datensicherheit und Single Sign-on.

Die Initiative ist an der Teilnahme weiterer Mitglieder interessiert, die sich an einem offenen, konsensbasierten Industrieforum beteiligen wollen. Dabei wird das E-Health-Framework allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung stehen. KBr
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