ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2008Mitteilungen: Erläuterungen zu Änderungen der Psychotherapie-Richtlinien

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Erläuterungen zu Änderungen der Psychotherapie-Richtlinien

Dtsch Arztebl 2008; 105(15): A-800 / B-696 / C-684

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LNSLNS Die nachfolgende Veröffentlichung betrifft vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss in der besonderen Zusammensetzung für Fragen der Psychotherapie am 20. Dezember 2007 beschlossene Änderungen der Psychotherapie-Richtlinien. Diese betreffen folgende Sachverhalte:

Der G-BA hatte am 20. Juni 2006 im Zusammenhang mit einer Änderung des Katalogs der Anwendungsbereiche für Psychotherapie in Abschnitt D der Psychotherapie-Richtlinien den Unterausschuss „Psychotherapie“ beauftragt, den Bezug zur medizinischen Rehabilitation und dem SGB IX, insbesondere die Formulierungen in Abschnitt D 2. der Psychotherapie-Richtlinien, zu überprüfen. Das Ergebnis der Prüfung im Unterausschuss „Psychotherapie“ ergab, dass eine Aktualisierung der Psychotherapie-Richtlinien entsprechend der gesetzlichen Grundlagen erforderlich ist und dass der Begriff „medizinische Rehabilitation“ in den Richtlinien mit dem aktuellen Verständnis im Sinne des SGB IX nicht mehr kompatibel ist. Insofern wird der Begriff „medizinische Rehabilitation“ aus Abschnitt D 2. der Richtlinien gestrichen. Eine Folgeänderung der Aktualisierung ist die Streichung der Termini „geistige oder seelische Behinderung“ und „medizinischen Rehabilitation“ in den Abschnitten A Allgemeines und D 3.2.

Es besteht allerdings unverändert der Sinn und Zweck der Auflistung in D 2. darin, dass psychische Folge- oder Begleiterkrankungen und/oder deren Residualsymptomatik bei diesen Indikationen einer Psychotherapie im Sinne der Richtlinien wie bisher auch zugänglich gemacht werden können. Nach wie vor haben Versicherte unveränderten Anspruch auf Leistungen der Psychotherapie zur Krankenbehandlung gemäß den Psychotherapie-Richtlinien. Sie haben ebenfalls unverändert Anspruch auf die medizinische Rehabilitation.

Die Kurzzeittherapie kann nur in den Verfahren „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ und „Verhaltenstherapie“ durchgeführt werden, nicht aber in dem Verfahren „analytische Psychotherapie“. Dies ist in den Abschnitten E 1.1.2 und 1.1.3 der Psychotherapie-Richtlinien geregelt. Einige Anfragen aus der Praxis haben jedoch gezeigt, dass die Formulierung an dieser Stelle der Richtlinien missverständlich sein kann. Zur Vermeidung von Auslegungsschwierigkeiten ist daher eine Klarstellung der Richtlinien geboten. Um Sinn und Zweck der Formulierungen in den Abschnitten E 1.1.2 und 1.1.3 zu präzisieren und um klarzustellen, dass in den Richtlinien keine analytische Kurzzeittherapie vorgesehen ist, werden an entsprechender Stelle zwei ergänzende Textpassagen angefügt.

Aufgrund der Änderungen der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung und den nachfolgenden Anpassungen in den Weiter­bildungs­ordnungen der Länder ist eine Änderung der Psychotherapie-Richtlinien des G-BA in Abschnitt F im Hinblick auf die Konsiliarärzte vor Kindertherapien erforderlich geworden. Weiterhin erfolgt die Einfügung der Wörter „und eigenverantwortlich“ in Abschnitt F III. 2. 1. Satz der Psychotherapie-Richtlinien, um die schon seit Inkrafttreten der Regelung bestehende Absicht zu präzisieren, dass der Nachweis für eine Befreiung von der Gutachterpflicht für Kurzzeittherapie nur mit Berichten über Therapien, die eigenverantwortlich – also nicht in der Aus- oder Weiterbildung – durchgeführt wurden, erbracht werden kann.

Aufgrund der dargelegten Sachlage ergibt sich durch die Änderungen und Ergänzungen weder für die niedergelassenen Psychotherapeuten noch für die Kassenärztlichen Vereinigungen unmittelbarer Handlungsbedarf, da diese, wie oben ausgeführt, in Abschnitt D lediglich eine Aktualisierung der Terminologie und in den Abschnitten E und F redaktionelle Anpassungen bzw. Klarstellungen der auch bisher geltenden Praxis darstellen.

Im Folgenden werden die entsprechenden Beschlüsse im Wortlaut veröffentlicht. Diese wurden vom Bundesministerium für Gesundheit nicht beanstandet und traten somit zum Tag nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger – Nr. 45, den 20. 3. 2008 – zum 21. 3. 2008 in Kraft.
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