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Selektiver Mutismus: Überblick zur Behandlung

PP 7, Ausgabe April 2008, Seite 178

MS

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Beim selektiven Mutismus handelt es sich um eine Kommunikationsstörung im Kindesalter. Betroffene Kinder besitzen die Fähigkeit zu sprechen, sie setzen sie jedoch in bestimmten Situationen nicht ein und fallen stattdessen in ein beharrliches Schweigen, erstarren oder verständigen sich ausschließlich mittels Gesten, Mimik oder schriftlichen Mitteilungen. Eine klare diagnostische Einordnung des Störungsbilds als Angststörung oder oppositionelle Verhaltensstörung fehlt bislang. Das Therapieziel besteht darin, die Kinder zum Kommunizieren zu bringen, und zwar nicht nur in der therapeutischen Situation, sondern in den alltäglichen, angstbesetzten Situationen. Verhaltenstherapeutische Ansätze versuchen, das Sprechpotenzial aktiv zu erhöhen beziehungsweise zu fördern und setzen unter anderem auf Belohnung, Modelllernen und Expositionsverfahren, die sich beispielsweise auf Sprechleistungsanforderungen, Inhalte der Kommunikation, situative und räumliche Aspekte oder Personen beziehen. Andere Ansätze pflegen eine eher passive, therapeutische Haltung, bei der auf Impulse des Kindes gewartet und eingegangen wird. Im Hinblick auf Pharmakotherapie meinen die Autoren: „Für die Praxis bleibt festzuhalten, dass die Behandlung vorrangig durch Psychotherapie erfolgen muss; im Einzelfall kann wahrscheinlich die Fluoxetin-Medikation symptommindernd wirken, ist aber bislang nicht Therapiemaßnahme erster Wahl.“ ms

Melfsen S, Warnke A: Überblick zur Behandlung des Selektiven Mutismus. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007; 6: 399–409.
Dr. Siebke Melfsen, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg, Füchsleinstraße 15, 97080 Würzburg, E-Mail: siebke.melfsen@onlinehome.de
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