ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2008Bekanntmachungen: Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (nach § 11 PsychThG) verabschiedete in der Sitzung vom 31. Januar 2008 die folgende Ergänzung zum Gutachten des Beirats zur neuropsychologischen Therapie vom 8. Juni 2000

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Bekanntmachungen: Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (nach § 11 PsychThG) verabschiedete in der Sitzung vom 31. Januar 2008 die folgende Ergänzung zum Gutachten des Beirats zur neuropsychologischen Therapie vom 8. Juni 2000

PP 7, Ausgabe April 2008, Seite 185

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LNSLNS In seinem Gutachten zur Neuropsychologie vom 8. Juni 2000 hat der Wissenschaftliche Beirat formuliert:

„Zusammenfassend wird festgestellt, dass die neuropsychologische Therapie für den Anwendungsbereich ,Hirnorganische Störungen‘ bei Erwachsenen als ein theoretisch und empirisch hinreichend fundiertes und damit wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren anzusehen ist.“ Diese Beurteilung beruhte auf Studien zur Wirksamkeit der neuropsychologischen Therapie im Sinne einer Funktionstherapie; Wirksamkeitsbelege für Kompensationstherapien oder integrative Therapien lagen nicht vor.

Auf der Grundlage der Bewertung von neu vorgelegten Studien sowie auf der Basis einer Anhörung der Fachvertreter am 17. 10. 2005 ist die Einschränkung der Wirksamkeitsbelege lediglich auf Funktionstrainings nicht mehr berechtigt. Es liegen ausreichende Wirksamkeitsbelege für die neuropsychologische Therapie bei der Diagnosegruppe F0 nach ICD-10 (organische, einschließlich symptomatische psychische Störungen) vor. Der Wissenschaftliche Beirat bestätigt damit, dass die neuropsychologische Therapie für den Anwendungsbereich 12 (hirnorganische Störungen) insgesamt als wissenschaftlich anerkannt gelten kann.

Entsprechend der Verfahrensregeln des Wissenschaftlichen Beirats vom 22. 11. 2007 (Abschnitt I.1) ist die neuropsychologische Therapie damit eine wissenschaftlich anerkannte Psychotherapiemethode. Da jedoch nur für einen Anwendungsbereich eine Indikation besteht, kann sie nicht als Psychotherapieverfahren für die vertiefte Ausbildung entsprechend § 1 (1) der PsychThG-APrV empfohlen werden.

Berlin, 31. Januar 2008

Prof. Dr. Dietmar Schulte
(Vorsitzender)

Prof. Dr. Gerd Rudolf
(Stellvertretender Vorsitzender)

Korrespondenzadressen:
Bundes­psycho­therapeuten­kammer
Klosterstraße 64, 10179 Berlin
(Geschäftsführung des WBP der zweiten Amtsperiode)
Bundes­ärzte­kammer
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
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