ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2008Leipzig: Zwei Irrtümer
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Der Komponist Robert Schumann hat sich seine Syphilisinfektion nicht in Leipzig, sondern während seines wenig geliebten Jurastudiums in Heidelberg 1829/1830 bei einer gewissen „Christel“ zugezogen. Dies ist von Schumann auch selbst beschrieben worden und in der Schumann-Forschung in seltener Einmütigkeit unstrittig. In Heidelberg hat Schumann übrigens 1829 sein Opus 1, die „Abegg“-Variationen begonnen und 1830 fertiggestellt.

Paul Möbius ist nicht durch seine heute noch amüsant zu lesenden Abhandlungen über den „physiologischen Schwachsinn des Weibes“ bekannt geworden, sondern weil er die vehementen Diskussionen über die Krankheiten Schumanns mit der Diagnose „Dementia praecox“ eröffnet hat. Ihm antwortete 1906 der damals junge Assistenzarzt der Psychiatrie H. W. Gruhle (später berühmter Ordinarius in Bonn) in einer Fachzeitschrift, in der er zu dem wissenschaftlichen Ergebnis kam: „Zyklothymie und spätere progressive Paralyse.“

Diese Meinung wird auch heute noch von renommierten Psychiatern wie Professor H.-J. Möller, LMU München, vertreten.
Frank Georg Bechyna, Hoffeldstraße 82, 40235 Düsseldorf
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