ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2008Kulturkalender: Von der Magie der Dinge

KULTUR

Kulturkalender: Von der Magie der Dinge

Dtsch Arztebl 2008; 105(16): A-848 / C-726

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN
bis 15. Juni:
When Things Cast No Shadow
Die 5. Berlin-Biennale zeitgenössischer Kunst versucht, die Vielfalt heutiger Kunstpraxis aufzuspüren und dem Betrachter nahezubringen. Künstler und Künstlerinnen verschiedener Generationen und Nationalitäten treffen am Tag und bei Nacht aufeinander. Der tagsüber stattfindende Teil zeigt an vier Orten – dem KW Institute for Contemporary Art in Berlin-Mitte, der Neuen Nationalgalerie, dem Skulpturenpark Berlin-Zentrum und dem Schinkel-Pavillon – neue Arbeiten der Gegenwartskunst. Bei Nacht ist das Publikum eingeladen, an verschiedensten Plätzen der Stadt Vorlesungen, Performances, Work-shops, Konzerte und Filmvorführungen zu besuchen. Unter dem Titel „Mes nuits sont plus belles que vos jours“ („Meine Nächte sind schöner als deine Tage“) locken rund 60 Events am Abend.
Programm-Infos: KW Institute for Contemporary Art, Telefon: 0 30/24 34 59-0 (Mo.–Fr. 9.30–18 Uhr), www.berlinbiennale.de

DÜSSELDORF
19. April bis 7. September
Foto: Artothek
Foto: Artothek
Zerbrechliche Schönheit
Ein Peter Paul Rubens war von der Beschaffenheit gläserner Gegenstände
ebenso fasziniert wie ein Gerhard Richter von der Reflexion gläserner Scheiben. Glas, einer der ältesten und rätselhaftesten Werkstoffe der Menschheit, diente über alle Epochen hinweg als Inspirationsquelle künstlerischer Ideen. Ausgehend von der international renommierten Glassammlung des Hauses, des Glasmuseums Hentrich, präsentiert der Düsseldorfer Kunst-Palast mit seinem neuen Chef, Beat Wismer, rund 150 Meisterwerke der Malerei und Grafik von der Renaissance bis heute, aber auch Objektkunst, Installationen und Fotografie. Ein Fresko aus Pompeji ist ebenso zu sehen wie Tafelbilder aus der frühen Neuzeit. Die Ausstellung schließt mit Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts, die unter anderem von Hans Haacke, Mario Merz, Louise Bourgeois, Tony Cragg sowie Pipilotti Rist oder Kris Vleeschouwer vertreten werden.
Museum Kunst-Palast, Ehrenhof 4–5, täglich 10–20 Uhr

FRANKFURT AM MAIN
bis 17. August:
Die Magie der Dinge.
Stilllebenmalerei 1500–1800
Die pralle Sinnlichkeit der Birne in Justus Junckers Gemälde aus dem Jahre 1765 weist auf die besondere Qualität einer Kunstrichtung hin, die sich durch den exakten Blick auf nicht lebende, doch keineswegs leblose Gegenstände auszeichnet: das Stillleben. In malerischer Meisterschaft bilden die rund 100 Exponate der Ausstellung Dinge aus der Alltagswelt ab – von Tautropfen auf zarten Blütenblättern und üppigen Blumensträußen über prächtige Fruchtkörbe bis hin zu hochspeziellen Fisch- und Jagdstillleben. Gerade weil das Stillleben in der Hierarchie der Kunstrichtungen eher niedrig eingestuft war, beruhten Reiz und Wert eines Werks entscheidend auf der Komposition und dem gekonnten Pinselstrich. So legen die Gemälde auch Zeugnis ab von der Könnerschaft ihrer Macher.
Städel-Museum, Schaumainkai 63,
Di. und Fr.–So. 10–18, Mi.–Do. 10–21 Uhr

MÜNCHEN
9. Mai bis 14. September:
Rauschenberg. Travelling ’70–’76
In den 1950er-Jahren begann der US-amerikanische Künstler Robert Rauschenberg die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auszuloten, indem er Fundstücke in seine Arbeiten integrierte, ohne diese zu verändern – Glühbirnen, Tapetenreste, Autoreifen, Zeitungsausschnitte, Radios. Es entstanden sogenannte Combine Paintings und frei stehende Combinings, die den Materialkünstler international berühmt machten. Die 70er-Jahre waren geprägt von Reisen nach Europa, Israel und Indien, auf denen Rauschenberg intensiv mit Fotografen, Künstlern, Handwerkern und Musikern zusammenarbeitete. Die Ausstellung führt vor, wie sich der Wegbereiter der Pop-Art in den USA in dieser Zeit für neue Ausdrucksformen und Materialien öffnete.
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, täglich 10–20, Do. 10–22 Uhr

Der besondere Tipp
Bach und die Medizin
Das Bachhaus Eisenach, das dem großen deutschen Komponisten des Barocks gewidmet ist, gehört zu den meistbesuchten Musikmuseen in Deutschland. Bis zum 9. November ist hier erstmals das nach modernen forensischen Gesichtspunkten rekonstruierte Antlitz von Johann Sebastian Bach zu sehen. Das gerichtsmedizinische Centre for Anatomy & Human Identification der Universität Dundee/Schottland schuf den Kopf nach einem bronzenen Schädelabguss von 1894. Weitere Höhepunkte der Schau sind die Augenoperation Bachs durch den „fahrenden Ritter“ John Taylor, an deren Folgen der Musiker 1750 starb, sowie die an seinen Gebeinen festgestellte „Organistenkrankheit“.

„Bach im Spiegel der Medizin“: Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach, tgl. 10–18
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