ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2008Multiple-Sklerose-Register in Deutschland: Artikel vor 30 Jahren

MEDIZIN: Diskussion

Multiple-Sklerose-Register in Deutschland: Artikel vor 30 Jahren

Multiple Sclerosis Registry in Germany

Dtsch Arztebl 2008; 105(17): 318; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0318a

Firnhaber, Wolfgang

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LNSLNS So begrüßenswert die Erstellung dieses Registers ist, umso überraschender ist es, dass kein Bezug genommen wird auf die Göttinger und die Darmstädter epidemiologischen Studien, die seit fast 40 Jahren vorliegen. Diese sind vielfach in Fortsetzungen veröffentlicht worden (1–3). Sie beschäftigen sich mit den Verläufen, dem Erkrankungsalter, der Erwerbsfähigkeit, der Alters- und Geschlechtsverteilung, den MS-auslösenden oder -verschlimmernden Faktoren und den prognostischen Kriterien. Unsere Forschungen in Göttingen und in Darmstadt wurden zunächst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und bis heute von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gefördert. Auf dem Gebiet der epidemiologischen MS-Forschung wurden immerhin zwei Habilitationsschriften, etliche Einzelarbeiten und viele Doktorarbeiten verfasst. Ein besonderes Anliegen war es, verlässliche Prävalenz-, Inzidenz- und Mortalitätsraten in verschiedenen Gebieten Deutschlands zu erarbeiten. Auf die methodischen Schwierigkeiten wurde mehrfach eingegangen. So haben wir besonders am Anfang gründliche Feldstudien bevorzugt. Unsere Ergebnisse decken sich durchaus mit den jetzt veröffentlichten Daten. Somit bringen diese trotz großen Aufwands kaum neue Erkenntnisse. Unsere Arbeiten wurden in den verschiedensten deutschen, aber auch in internationalen Journalen veröffentlicht. Warum sie in dem jetzt vorgelegten Literaturverzeichnis nicht aufgeführt sind, lässt nur vermuten, dass man eine solide Literaturrecherche nicht durchgeführt hat. Denn sonst wäre man wohl auf unsere Arbeiten gestoßen. Im übrigen habe ich vor gut 30 Jahren im Deutschen Ärzteblatt einen längeren Artikel zur Epidemiologie der MS veröffentlicht, die dort beschriebene weltweite Verteilung dieser Krankheit war damals sogar als Titelbild außen abgebildet. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0318a

Prof. Dr. med. Wolfgang Firnhaber
Mangoldweg 25, 64287 Darmstadt
E-Mail: M.W.Firnhaber@t-online.de

Prof. Firnhaber erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Firnhaber W: Multiple Sklerose – Methodik und Ergebnisse einer geomedizinischen Untersuchung. Fortschr Med 1972; 90: 14. MEDLINE
2.
Lauer K, Firnhaber W: Epidemiological investigations into multiple sclerosis in Southern Hesse I-III. Acta Neurol Scand 1984: 70: 257–73; 1985: 72: 397–402. MEDLINE
3.
Firnhaber W, Lauer K: Multiple Sclerosis in Europe – an Epidemiological Update. Alsbach/Bergstraße: Leuchtturm-Verlag 1994; 1–27.
1. Firnhaber W: Multiple Sklerose – Methodik und Ergebnisse einer geomedizinischen Untersuchung. Fortschr Med 1972; 90: 14. MEDLINE
2. Lauer K, Firnhaber W: Epidemiological investigations into multiple sclerosis in Southern Hesse I-III. Acta Neurol Scand 1984: 70: 257–73; 1985: 72: 397–402. MEDLINE
3. Firnhaber W, Lauer K: Multiple Sclerosis in Europe – an Epidemiological Update. Alsbach/Bergstraße: Leuchtturm-Verlag 1994; 1–27.

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