ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2008Multiple-Sklerose-Register in Deutschland: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Multiple-Sklerose-Register in Deutschland: Schlusswort

Multiple Sclerosis Registry in Germany: In Reply

Dtsch Arztebl 2008; 105(17): 318; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0318b

Flachenecker, Peter

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LNSLNS Der Leserbrief weist auf die frühen epidemiologischen Studien in Hessen und Südniedersachsen hin, die wichtige Ergebnisse zur Prävalenz der MS in umschriebenen Gebieten in einem populationsbezogenen Ansatz erbracht haben. Selbstverständlich sind uns die seinerzeit richtungsweisenden Veröffentlichungen bekannt, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass diese in neueren Übersichtsarbeiten zur Epidemiologie der MS in Text und Grafik aufgeführt sind (1, 2). Wie in der Diskussion unserer Arbeit nur kurz ausgeführt werden konnte, handelt es sich bei dem MS-Register aber nicht um eine populationsbezogene Untersuchung. Eine solche ist bei der verwendeten Methodik eines zentrumsbezogenen Ansatzes unter den jetzigen Versorgungsstrukturen flächendeckend für Deutschland nicht zu erreichen. Angesichts des begrenzten Umfangs, der uns zur Verfügung stand, mussten wir leider auch auf eine breite Diskussion der bisher durchgeführten epidemiologischen Studien verzichten – dabei hätten nicht nur die Ergebnisse aus Darmstadt und Göttingen, sondern auch aus Rostock und Halle, dem Ruhrgebiet und dem Vogtland und anderen Regionen Deutschlands Erwähnung finden müssen. Stattdessen ist es das Ziel des MS-Registers, die Versorgungssituation von MS-Betroffenen möglichst umfassend für Deutschland zu beschreiben, im Gegensatz zu dem Anliegen des Autors, verlässliche Prävalenz-, Inzidenz- und Mortalitätsraten in einem regional umschriebenen Gebiet zu erarbeiten. Wir freuen uns, dass einige unserer Ergebnisse frühere Befunde aus regionalen Untersuchungen bestätigen konnten, denken aber, dass gerade die hier vorgestellten Daten zu Diagnose und Therapie einen wichtigen und innovativen Beitrag zur Optimierung der Versorgungssituation für MS-Patienten in Deutschland darstellen. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0318b

Priv. Doz. Dr. med. Peter Flachenecker
Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof
Kuranlagenallee 2
75323 Bad Wildbad
E-Mail: peter.flachenecker@quellenhof.de

Interessenkonflikt
PD Dr. Flachenecker wurde honoriert für Vorträge von den Firmen Bayer-Schering, Merck-Serono, Biogen, Sanofi-Aventis, Novartis.
1.
Flachenecker P, Zettl UK: Epidemiologie. In: Schmidt RM, Hoffmann F, eds.: Multiple Sklerose. München: Urban & Fischer 2006; 11–7.
2.
Flachenecker P: Epidemiology of neuroimmunological diseases. J Neurol 2006; 253 (suppl 5): 2–8. MEDLINE
1. Flachenecker P, Zettl UK: Epidemiologie. In: Schmidt RM, Hoffmann F, eds.: Multiple Sklerose. München: Urban & Fischer 2006; 11–7.
2. Flachenecker P: Epidemiology of neuroimmunological diseases. J Neurol 2006; 253 (suppl 5): 2–8. MEDLINE

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