ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2008Notfallversorgung: Bedauerndes Achselzucken
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Die erschütternde Odyssee dieses bedauernswerten Kindes illustriert mit voller Dramatik die Auswirkungen der sogenannten Reformen in unserem Gesundheitswesen. Mittlerweile ist nämlich alles dermaßen heruntergewirtschaftet, dass solche Berichte keine Einzelfälle mehr bleiben dürften. Letztlich wird durch die dauernden Gesundheitsspargesetze nur die Bürokratie immer weiter aufgebläht, die Patientenversorgung bleibt auf der Strecke. Auch wir haben etwas Ähnliches, wenn auch zum Glück nicht ganz so Schlimmes, erlebt. In einer Universitätsklinik mussten wir an einem gewöhnlichen Wochentag am frühen Abend in der Kinderambulanz mehr als drei Stunden warten, bis sich überhaupt jemand unseres Sohnes annahm. Dabei war die Notaufnahme nicht übermäßig belegt. Nur wer selbst Kinder hat, weiß, was es für eine Aufgabe ist, ein Kleinkind (zweieinhalb Jahre) mit Bauchschmerzen drei Stunden ruhig zu halten. Auf meine Frage, was man denn zu tun gedenke, wenn einmal ein größerer Ansturm erfolgen sollte, erntete ich nur bedauerndes Achselzucken. Es ist schade, dass dieser Bericht in einer Standes- und damit Insiderzeitschrift verschwindet. Denn so wird die öffentliche Resonanz darauf null sein. Besser wäre gewesen, der Vater hätte sich an „Bild“ oder „RTL“ gewandt . . .
Dr. med. Martin Thomas, Schliffkopfstraße 17, 68163 Mannheim
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