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Dtsch Arztebl 2008; 105(17): A-896

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Mehrere leere Eihüllen (Nissen) nach Nymphen- beziehungsweise Larvenschlupf sowie vitale Eier mit intaktem Deckel (Operculum) im Haar. Die leeren Nissen erscheinen weißlich transparent, die viralen Eier bräunlich. Foto: Pohl-Boskamp
Mehrere leere Eihüllen (Nissen) nach Nymphen- beziehungsweise Larvenschlupf sowie vitale Eier mit intaktem Deckel (Operculum) im Haar. Die leeren Nissen erscheinen weißlich transparent, die viralen Eier bräunlich. Foto: Pohl-Boskamp
Aktuelles aus dem Hause Pohl-Boskamp:
- Mit 2-Komponenten-Dimeticon-Gemisch gegen Kopfläuse – Neue In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass das 2-Komponenten-Dimeticon-Gemisch Nyda® Kopfläuse schon nach fünf Minuten zu 100 Prozent tötet; es wirkt damit schneller und effektiver als Permethrin, Pyrethrum oder Soja-Kokosnuss-Öl. Auch in seiner oviziden Wirkung ist Nyda in vitro anderen getesteten Pedikuloziden signifikant überlegen. Nach Angaben des Herstellers spiegeln sich die neuen In-vitro-Ergebnisse in klinischen Studienergebnissen wider: Bei 145 Kindern mit Pedikulose war eine einzige Behandlung mit Nyda zu 95 Prozent erfolgreich; Permethrin (1%-wässrige Lösung, Kwell®) half 67 Prozent der Patienten.

- Übernahme von Univaccin – Am 10. März 2008 hat Pohl-Boskamp die Firma Univaccin (Itzehoe) übernommen und engagiert sich damit auf dem Gebiet der individuellen Impfstoffe (autogene Vaccine). Diese patienten- und erregerspezifischen Impfstoffe werden aus pathogenen Keimen der Erkrankten gewonnen und nach entsprechender Anzüchtung, Vermehrung und schonender Abtötung dem Patienten wieder verabreicht. Das einzigartige Inaktivierungsverfahren kommt dabei ohne Zusatz von Chemikalien wie Formaldehyd oder Konservierungsstoffen aus. Autogene Vaccine haben sich bei einer Vielzahl von bakteriellen Infektionen – zum Beispiel des Urogenitalbereichs, der Haut, der Atemwege – oder bei Infektionen mit hochresistenten Bakterien – beispielsweise Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus und Vancomycin-resistente Enterokokken – bewährt. Vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotika-Resistenzen gewinnen autogene Vaccine immer mehr an Aktualität. Weitere Informationen im Internet unter www.univaccin.de.

HIV-Medikament Viracept® wieder auf dem Markt – Der Proteasehemmer Nelfinavir (Viracept) ist in Deutschland wieder verfügbar. Aufgrund von Verunreinigungen einiger Chargen mit einer möglicherweise genotoxischen Substanz (Ethylmethansulfonat, EMS), war das Präparat im Juni 2007 zurückgerufen und die Zulassung im August ausgesetzt worden. Wie das Unternehmen Roche mitteilt, wird derzeit an Tiermodellen untersucht, ob mögliche Risiken für Patienten durch EMS bestehen. Gleichzeitig habe man ein Register eingerichtet, in dem Patienten nachverfolgt werden, die Viracept bekommen hatten.

Das Präparat eignet sich für Patienten, die kein Ritonavir vertragen (da es nicht mit Ritonavir geboostert werden muss), für Schwangere und Patienten in wirtschaftlich benachteiligten Ländern, da die Formulierung von Viracept auch bei Hitze stabil ist und nicht gekühlt werden muss.

Chronisch lympatische Leukämie – Mit dem Hybrid-Alkylanz Bendamustin (Ribomustin®, Mundipharma) steht in Deutschland eine hoch wirksame, aber gut verträgliche Substanz für die Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) zur Verfügung.

Prof. Wolfgang Knauf (Frankfurt/ Main) stellte im Rahmen des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin Zwischenergebnisse einer randomisierten Studie vor, die Bendamustin als First-line-Therapie bei Patienten mit B-Zell-CLL mit dem früher als eine Standardsubstanz geltenden Chlorambucil verglich. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 18,5 Monaten war die Remissionsrate (ORR) im Bendamustin-Arm signifikant höher als im Chlorambucil-Arm (67,6 versus 39,2 Prozent; p < 0,0001). Zu einer kompletten Remission kam es bei 29,5 Prozent der Patienten unter Bendamustin, aber nur bei zwei Prozent unter Chlorambucil. Die hohe Effektivität von Bendamustin zeigte sich zudem unabhängig vom Binet-Stadium (ORR Stadium B: 70,4 Prozent, Stadium C: 61 Prozent), während das Gesamtansprechen unter Chlorambucil im Stadium B 46,6 Prozent und im Stadium C nur noch 21,6 Prozent betrug. Patienten, die mit Bendamustin behandelt wurden, hatten ein mehr als doppelt so langes medianes progressionsfreies Überleben wie Patienten unter Chlorambucil (21,2 versus 8,9 Monate; p < 0,0001).

Neue Darreichungsform von Medikinet® retard – Mit der 5-mg-Kapsel von Medikinet retard steht eine neue Option für die Therapie der ADHS bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Die Medice-Arzneimittel-Pütter GmbH erleichtert mit dieser Darreichunsgform die Feineinstellung der Dosierung. Zusätzlich ist mit der 5-mg-Tablette ein Direkteinstieg in die retardierte Methylphenidattherapie ohne vorherige Titrierung mit kurz wirksamen Präparaten möglich. Nach der Einstellungsphase kann die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um 5 mg oder 10 mg erhöht werden, wobei eine maximale Tagesdosis von 60 mg nicht überschritten werden sollte.

Parkinsontherapie – Glaxosmithkline bietet Ropinirol-Tabletten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung über 24 Stunden zur Behandlung des Morbus Parkinson an. Mit der Einführung der Retard-Formulierung des bereits bewährten Wirkstoffs steht erstmalig ein nonergoliner Dopaminagonist zur täglichen Einmalgabe zur Verfügung. ReQuip-Modutab®-Retardtabletten können eine Alternative in der Parkinsontherapie, vor allem für diejenigen Patienten darstellen, die ihre Symptome mit einer einmal täglichen Gabe verbessern möchten. EB
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