szmtag Prävention in der Hausarztpraxis: Softwaregestützte Risikoberatung
ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 2/2008Prävention in der Hausarztpraxis: Softwaregestützte Risikoberatung

SUPPLEMENT: PRAXiS

Prävention in der Hausarztpraxis: Softwaregestützte Risikoberatung

Dtsch Arztebl 2008; 105(18): [21]

EB

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LNSLNS Eine kompetente hausärztliche Beratung zur kardiovaskulären Prävention muss das individuelle Gesamtrisiko eines Patienten berücksichtigen. Dabei werden einzelne Risikofaktoren zugunsten einer umfassenderen Sicht relativiert, die Alter, Geschlecht, Blutdruck und Lipidstatus integriert. Immer mehr Patienten wollen nicht nur ihre Prognose in Bezug auf Herzinfarkte und Schlaganfälle wissen, sondern auch, wie sie ihre Aussichten mit Medikamenten und Verhaltensumstellungen verbessern können. Nur so können sie sich an der Diskussion um den Sinn präventiver Maßnahmen beteiligen.

Für diese komplexen Anforderungen steht Hausärzten jetzt die Software „arriba“ zur Verfügung. Die plattformunabhängige Software kann der Arzt kostenfrei herunterladen, um auf dem Praxis-PC das individuelle Risiko seiner Patienten zu berechnen und anschaulich zu demonstrieren. Gleichzeitig ist ein Vergleich mit der allgemeinen Bevölkerung möglich; auch der Effekt von Rauchstopp, Sport, Ernährungsumstellung und Medikamenten lässt sich optisch darstellen. Dies gilt nicht nur für die Primär-, sondern auch für die Sekundärprävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Zusätzlich zum Risikorechner umfasst das Programm auch eine vollständige Beratungsstrategie. Hinweise zur Gesprächsführung helfen dem Arzt, Patienten zu informierten Partnern werden zu lassen; Beispiele und Praxishilfen erleichtern die Anwendung. Epidemiologische Grundlagen sind die auf deutsche Verhältnisse angepasste Framingham-Formel sowie die großen Herz-Kreislauf-Präventionsstudien. Der wissenschaftliche Hintergrund ist zusammen mit Anwendungstipps und Beispielen in einer Broschüre dargestellt. Alternativ zur Software sind auch gedruckte Hinweise für die Berechnungen vorhanden.

In die aktuelle Version sind die Erfahrungen von Hunderten von Hausärzten eingeflossen. Patienten, die von ihren Hausärzten mit dem Programm betreut wurden, zeigten sich in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 1 100 Patienten zufriedener mit der Beratung als die auf herkömmliche Weise beratenen. Für die Entwicklung von „arriba“ sind die Abteilungen für Allgemeinmedizin der Universitäten Marburg (Prof. Norbert Donner-Banzhoff) und Düsseldorf (Dr. Attila Altiner) verantwortlich. Das Bun­des­for­schungs­minis­terium hat das Projekt unterstützt; die Inhalte und Empfehlungen sind unabhängig von kommerziellen Interessen. Anfang Februar 2008 ging unter www.arriba-hausarzt.de eine neu gestaltete Homepage online, von der Hausärzte sämtliche Materialien kostenfrei für die Anwendung in ihrer Praxis herunterladen können. EB

Informationen: Prof. Dr. med. Norbert Donner-Banzhoff M. H. Sc., Abt. für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin, Philipps-Universität Marburg, 35032 Marburg, E-Mail: donnerba@med.uni-marburg.de
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