ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2008Bundestagsanhörung: Ärzte und Politik gegen Schönheitswahn

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Bundestagsanhörung: Ärzte und Politik gegen Schönheitswahn

Dtsch Arztebl 2008; 105(18): A-920 / B-800 / C-788

Rabbata, Samir; afp; ddp

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OPs aus rein kosmetischen Gründen bei Kindern und Jugendlichen lehnten die Sachverständigen ab. Foto: picture-alliance/Okapia
OPs aus rein kosmetischen Gründen bei Kindern und Jugendlichen lehnten die Sachverständigen ab. Foto: picture-alliance/Okapia
Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) haben einen stärkeren Schutz von Minderjährigen vor medizinisch nicht notwendigen Schönheitsoperationen gefordert. „Jede Operation stellt einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar“, sagte die Vizepräsidentin der BÄK, Dr. med. Cornelia Goesmann, bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses zu einem Antrag von Union und SPD. Geplant ist darin, Verbraucher besser vor Missbrauch bei Schönheitsoperationen zu schützen. Zudem wird die Bundesregierung aufgefordert, Möglichkeiten auszuloten, wie medizinisch nicht indizierte Schönheitsoperationen an Minderjährigen verboten werden können.

BVKJ-Präsident Dr. med. Wolfram Hartmann lehnt schönheitschirurgische Eingriffe zur Erfüllung eines Schönheitsideals auch bei Zustimmung der Eltern ab. Als Beispiele nannte er Brustvergrößerungen und aufgespritzte Lippen. Die Folgen seien „oft unabsehbar und weder von den minderjährigen Patienten noch ihren Erziehungsberechtigten seriös abschätzbar“. Auch die CDU-Politikerin Gitta Connemann wandte sich gegen rein kosmetische Eingriffe bei Jugendlichen. Brustvergrößerungen als Abiturgeschenk seien bereits Realität, kritisierte sie.

Die BÄK begrüßte die Forderung nach einer besseren Kontrolle der Qualifizierung von Ärzten. Gleichzeitig wies Vizepräsidentin Goesmann darauf hin, dass die Grundlagen dafür bereits von den Ärztekammern geschaffen worden seien. Bereits auf dem 108. Deutschen Ärztetag 2005 sei in der Weiter­bildungs­ordnung die Facharztbezeichnung „Plastische Chirurgie“ um den Zusatz „Ästhetische“ erweitert worden. Der Zusatz „Ästhetische Chirurgie“ schaffe Transparenz, sodass Patienten besser zwischen hoch qualifizierten Fachärzten und selbst ernannten „Schönheitschirurgen“ unterscheiden könnten. SR/afp/ddp
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