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Zunächst stellt sich die Frage, wie die PKV mit angeblich 20 Prozent Umsatzanteil für Arztpraxen existenziell sein soll. Da es in Deutschland rund zehn Prozent Privatversicherte gibt, wäre bei Abschaffung der PKV eine Einbuße von höchstens zehn Prozent des Umsatzes zu erwarten, da diese Patienten sich dann als gesetzlich Versicherte beim Arzt vorstellen müssten (von Zusatzversicherungen noch abgesehen). Die Punktwerte würden aber steigen, da das neue ehemals private Patientenkollektiv wesentlich gesünder ist und daher die Ausgaben der GKV sinken. Letztlich würde sich der Wegfall der PKV keinesfalls existenziell auf die Arztpraxen auswirken.

¬ Die gesetzlichen Kassen dürfen dank der Gesundheitsreform bald Wahltarife anbieten. So können sie „Kunden“ endlich mehr als nur „Butter-und-Brot“-Leistung bieten und den Ärzten so zusätzliche Honorare zahlen. Durch Tarife mit Selbstbehalt blieben auch jüngere und gesündere Patienten in der GKV, was die Finanzierung für Mitglieder und Steuerzahler entlasten würde.

. . . Woher kommt die Furcht vor Veränderung? Glauben Sie, die vollen Futtertröge der PKV stünden aus Nächstenliebe für uns Ärzte bereit? Die hohen GOÄ-Sätze gibt es von der PKV quasi als Schmerzensgeld für die Gewissensbisse, die der Arzt sich (hoffentlich) einhandelt, wenn er PKV-Patienten bevorzugt. Aber wenn künftig auch GKV-Kunden Chefarzt und Einzelzimmer buchen, fehlt der PKV ein wichtiges Argument für ihre Policen . . . Dass die private Versicherungsbranche jetzt auf Gedeih und Verderb für die Exklusivität der Wahltarife auf die Barrikaden geht und auch den Basistarif loswerden will, ist daher nur logisch. Man will nur die Rosinen aus dem Kuchen, aber die auch ganz alleine. Ohne den ganzen Exklusivitäts-Hokuspokus wäre die heutige PKV nämlich keinen Pfifferling mehr wert: Sie müsste anfangen, ordentlich zu wirtschaften und ihren Mitgliedern mehr bieten als den heutigen Parasitismus . . .
Stephan Guevara Kamm, 35398 Gießen
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