ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2008Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2008; 105(18): A-958 / B-831 / C-819

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Von unbequemen Personen und geheimnisvollen Persönlichkeiten – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 22. Mai:
Foto: Senator Entertainment AG
Foto: Senator Entertainment AG
Die Unbekannte
Der mit vier italienischen Filmpreisen und dem Publikumspreis des Europäischen Filmpreises 2007 ausgezeichnete „Film noir“ von Starregisseur Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“) lockte in Italien mehr als eine Million Menschen ins Kino: Er selbst nennt „Die Unbekannte“ einen Thriller ohne Mörder, Opfer oder Ermittler. Eine mysteriöse Fremde (Xenia Rappoport) kommt aus dem Nichts – aus Osteuropa – in eine nicht näher bezeichnete italienische Stadt. Sie verhält sich betont unauffällig, versteckt einen Koffer voller Geld unter den Dielen ihrer Wohnung und bemüht sich um einen Putzjob im Haus gegenüber – bei einem Juwelierpaar. Was will diese geheimnisvolle Frau? Fast hat sie sich mit der Juweliersfamilie angefreundet, als der brutale Muffa (Michele Placido) auftaucht, den sie von früher kennt. Doch die Unbekannte lässt sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen.
Italien 2006, 121 Minuten

Ab 29. Mai:
Things We Lost in the Fire
Augen gelten als Spiegel der Seele. Mit wiederholten Großaufnahmen möchte ihr die renommierte dänische Regisseurin Susanne Bier auf den Grund gehen.
Für diese stoische Seelensezierung stehen der einstigen „Dogma“-Regisseurin die ausdrucksstarken Augenpaare der beiden Oscar-Gewinner Halle Berry („Monster’s Ball“) und Benicio Del Toro („Traffic – Die Macht des Kartells“) zur Verfügung. Sie spielen zwei von Trauer und Verzweiflung zerstörte Menschen,
die nicht zuletzt durch ihre behutsame Annäherung neue Hoffnung und einen Heilungsansatz finden. Mit ihrem einfühlsam inszenierten Hollywood-Debüt gelang Susanne Bier ein präzise gezeichnetes Psychogramm der beiden Protagonisten. Dabei wartet insbesondere Del Toro mit einer schauspielerischen Glanzleistung auf.
USA 2007, 117 Minuten

Komödie
Ab 15. Mai:
Brügge sehen . . . und sterben?
Das irische Killerduo Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) muss auf Anweisung des Bosses Harry (Ralph Fiennes) nach einem verpatzten Auftragsmord im belgischen Brügge zur Strafe untertauchen. Kulturmensch Ken erkundet die Stadt touristisch, Holzklotz Ray lieber die einheimische Chloë (Clémence Poésy), die er am Set eines Films aufgabelt. Derweil hat das Warten ein Ende, und Ken erhält einen Auftrag, der für Ray tödlich ausgehen soll.
Das vorweihnachtliche Brügge ist das poetische Zentrum der unterhaltsamen Killerkomödie.
Großbritannien 2008,107 Minuten

Dokumentation
Ab 8. Mai:
10 Fragen an den Dalai Lama
Das Interview mit dem Friedensnobelpreisträger vermittelt neben Einsichten zum Buddhismus vor allem Biografisches über den Dalai Lama und beschäftigt sich mit der Historie Tibets – angesichts der Aufstände gegen die chinesischen Machthaber auch von besonderer aktueller Bedeutung. Auf die Fragen antwortet der 70-Jährige mit gewohntem Scharfsinn und dem Humor, die ihn berühmt gemacht haben. Niemals larmoyant, sondern mit zum Teil überraschenden Thesen wendet er sich gegen die Übel unserer Zeit.
USA 2006, 85 Minuten
Ab 22. Mai:
Ich. Immendorff
Unausweichlich war das Ende des Malers Jörg Immendorff. Neun Jahre lebte und arbeitete der an unheilbarer ALS Erkrankte, schuf in seinem Atelier trotz erlahmender Arme und Beine neue Kunstwerke und lehrte an der Düsseldorfer Kunstakademie. Als Chronist verarbeitete er deutsche Geschichte auf der Leinwand und bereitete 2005 die Retrospektive in der Berliner Nationalgalerie vor. Nicola Graef begleitete den engagierten Künstler zwei Jahre lang bis zu seinem Tod im Mai 2007. Freunde und Kollegen, Angehörige und ehemalige Studenten beschreiben eine unbequeme Person, die für eine bessere Welt eintrat.
Deutschland 2007, 98 Minuten

DVD-Tipp
Biologie und Genetik
Mit der Biologie und einem ihrer Teilgebiete, der Genetik, beschäftigen sich zwei neue DVDs aus der P.M.-Wissenschaftsreihe. Wie die Erforschung der Vererbungslehre begann und entdeckt wurde und dass sich alle Menschen auf der Erde genetisch zu 99,8 Prozent gleichen, erfährt man in der Dokumentation „Genetik“. Mit den Zellen als Bausteinen allen Lebens, mit Gregor Mendel und der klassischen Genetik, mit Molekulargenetik, der Struktur der DNS sowie mit Bakteriologie befasst sich „Meilensteine der Biologie“.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema