ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2008Universitätskliniken: AiP-Phase bei Vergütung berücksichtigen

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Universitätskliniken: AiP-Phase bei Vergütung berücksichtigen

Dtsch Arztebl 2008; 105(19): A-975 / B-851 / C-831

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Die meisten Unikliniken erkennen die AiP-Zeit nicht als Berufserfahrung an. Das führt zu Einbußen beim Tarifgehalt. Foto: dpa
Die meisten Unikliniken erkennen die AiP-Zeit nicht als Berufserfahrung an. Das führt zu Einbußen beim Tarifgehalt. Foto: dpa
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat im Streit um die Anerkennung der „Arzt-im-Praktikum“-Phase (AiP) als einschlägige Berufserfahrung vor dem Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt in zweiter Instanz einen juristischen Erfolg errungen. Die AiP-Zeit eines klagenden Assistenzarztes der Universität Magdeburg muss im Sinne des Tarifvertrages für die Universitätsärzte (TV-Ärzte TdL, § 16) als Berufserfahrung anerkannt und bei der Vergütung entsprechend berücksichtigt werden (Az.: 9 sa 475/07 E). Damit stehen dem Arzt rückwirkend zum 1. Juli 2006 monatlich rund 350 Euro mehr an Gehalt zu. Bereits am 9. August 2007 hatte das Arbeitsgericht Magdeburg in erster Instanz dem vom Marburger Bund juristisch unterstützten Arzt recht gegeben. Das Land Sachsen-Anhalt war daraufhin in Berufung gegangen, die nun am 24. April 2008 abgewiesen wurde.

Der Vorsitzende des MB, Rudolf Henke, bezeichnete das neuerliche Urteil als „wichtige Aussage mit Signalwirkung“. Bisher würde nämlich der Arbeitgeberverband der Bundesländer, die sogenannte Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), den Ärzten ihre AiP-Phase nicht als Berufserfahrung zugestehen. „Die Universitätskliniken sind aufgefordert, die Rechtsprechung als wegweisend zu akzeptieren und allen betroffenen Ärzten umgehend ihr zustehendes Gehalt zu zahlen.“ Problemlos verlaufe hingegen die Anerkennung der AiP-Phase beispielsweise in den kommunalen Krankenhäusern und den Universitätskliniken in Hessen sowie in der Berliner Charité. EB
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