ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2008Wissenschaftskommunikation: Forschungstagebücher in Kurzfilmen

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Wissenschaftskommunikation: Forschungstagebücher in Kurzfilmen

Dtsch Arztebl 2008; 105(19): A-1008 / B-876 / C-856

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Mit dem Projekt „Science TV“ erprobt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) neue Wege in der Wissenschaftskommunikation. In dem Projekt werden außergewöhnliche Forschungsprojekte via Internet in Kurzfilmen vorgestellt. Das Material für die Filme wird von den beteiligten Wissenschaftlern selbst gedreht und anschließend von einer Produktionsfirma zu Kurzfilmen verdichtet.

Mit den „Forschungs-Filmtagebüchern“ will die DFG Forschung vor allem für Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren erlebbar machen, darüber hinaus jedoch auch Lehrkräfte, Medienfachleute und an Wissenschaft interessierte Zuschauer ansprechen. „Wir brauchen das Interesse junger Leute, um den wissenschaftlichen Nachwuchs sicherzustellen. Wir müssen neue Wege gehen, um zu vermitteln: Forschung ist spannend“, erklärte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner beim Start des Projekts. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Internetplattformen mit Bewegtbildern und den veränderten Nutzergewohnheiten vor allem junger Menschen entschloss sich die DFG, die Kurzfilme aus der Wissenschaft über eine eigene Plattform verfügbar zu machen.

Zehn Forschungsprojekte wurden ausgewählt, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Kamera geschult und Drehbücher für zwölf Folgen entwickelt. „Entscheidend ist, was gefilmt wird. Deshalb haben wir großen Wert auf die Entwicklung der sogenannten Storyboards gelegt. Wir haben jedes Projekt besucht und gemeinsam mit den Wissenschaftlern die Geschichte entwickelt, die erzählt werden soll“, erläuterte Filmproduzent Peter Prestel, der gemeinsam mit der Fernsehproduzentin und Autorin Gisela Graichen die DFG bei der Realisierung unterstützt.

Woche für Woche schicken die wissenschaftlichen Kameraleute etwa 30 Minuten Material aus ihrem jeweiligen Projekt an die Bearbeiter der Filmproduktion, die daraus dreiminütige Kurzfilme erstellen. Quer durch alle Wissenschaftsgebiete entstehen so zehn filmische Forschungstagebücher. Auf der Internetseite unter www.dfg-science-tv.de kann der Zuschauer die Entstehung und Entwicklung der wissenschaftlichen Arbeit der Forschungsprojekte verfolgen: Wie macht man beispielsweise Beton leicht? Kann ein Roboter vom Menschen lernen? Wie lebt es sich in Megastädten wie Delhi oder Dhaka. Die ausgewählten Projekte werden zu Lande und zu Wasser, in Deutschland, Ecuador, China oder Kambodscha durchgeführt. Mithilfe der Kamera gewinnt der Zuschauer einen Einblick in die Welt der Forschung und deren Methoden.

Das Projekt ist zunächst als Pilotvorhaben für einen Zeitraum von drei Monaten angelegt. Seit Mitte April bis zum 15. Juli 2008 werden wöchentlich zehn neue Kurzfilme ins Netz gestellt. Gleichzeitig wird das Projekt evaluiert; bei Erfolg soll das „Science TV“ fortgeführt werden. KBr
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