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ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2008Horst-Eberhard Richter: Der mutige Vordenker

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Horst-Eberhard Richter: Der mutige Vordenker

Hibbeler, Birgit

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Horst-Eberhard Richter Foto: privat
Horst-Eberhard Richter Foto: privat
Wie kann man Prof. Dr. med. Dr. phil. Horst-Eberhard Richter treffend und kurz beschreiben? Treffend wäre: Pionier der Psychosomatik, Wegbereiter der psychoanalytischen Familientherapie, anerkannter Sozialphilosoph und Schriftsteller, Leitfigur der Friedensbewegung und Gründungsvater der deutschen Sektion der Initiative „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW). Doch es geht auch kurz: Richter ist ein unbequemer Vordenker. In all seinem Engagement und Tun ist er der herrschenden Meinung immer einen Schritt voraus und scheut keine Konflikte. Am 28. April ist er 85 Jahre alt geworden.

Richter war einer der ersten Lehrstuhlinhaber für Psychosomatik: An der Universität Gießen wurde er 1962 mit dem Aufbau einer psychosomatischen Klinik betraut. Unter seiner Federführung entstand ein interdiziplinäres Zentrum mit Abteilungen für Klinische Psychosomatik, Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, das Modellcharakter hatte. Richter plädierte für eine neue Arzt-Patienten-Beziehung. Der Arzt solle nicht der unfehlbare Superexperte sein, sondern der empathische Heiler.

Richter sah die Psychoanalyse stets in einem gesellschaftlichen Kontext. Sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit ist vorbildlich. Bis heute ist er im IPPNW-Vorstand und außerdem in der Anti-globalisierungskampagne „attac“ aktiv. Mit seinen Bücher erreicht er seit Jahren ein breites Publikum, wie zuletzt mit „Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft“. Birgit Hibbeler
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